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Lissi und die wilde 3D-Jagd

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Lissi und Franz beim chronisch-harmonischen herumflanieren:
"Führen wir nicht ein herrliches Leben?!" © 2006 herbX film

Am kommenden Donnerstag, 25. Oktober, kommt der neue Film von Michael "Bully" Herbig in die Kinos. "Lissi und der wilde Kaiser", so der Titel, ist Herbigs dritte Filmarbeit in Anlehnung an Figuren aus seiner Bullyparade. Nach "Der Schuh des Manitu" von 2001 und "(T)Rraumschiff Surprise Periode 1" (2004) können sich die Fans nun auf etwas Besonderes freuen: Der neue Bully-Film ist ein 3D-Animationsfilm.

Von Dietmar Wolfgang Pritzlaff

Lissi in 3D, warum und wieso? Der Regisseur gibt der Presse Auskunft: Er sähe für die freizügigeren Szenen des Films nicht so gut aus und das Tragen von schweren Perücken und engen Kleidern habe ihn davon abgehalten, die Figuren aus der Bullyparade in einen Realfilm umzusetzen. Trotzdem, so verkündet er, wäre seine Trilogie perfekt und mit Lissi, der dritten Figur aus der Bullyparade beendet.

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Es ist nicht das, wonach es aussieht! © 2007 herbX film

Michael Bully Herbigs Film ist eine Parodie-Hommage an die Sissi-Filme der fünfziger Jahre. Einige Figuren, allen voran der Feldmarschall und die Kaiserin Mutter, könnten den alten Filmen entsprungen sein. Sie erinnern in ihren Charakterzügen stark an ihre Vorgänger. Es gibt Schlossleben und Parkspaziergänge und auch eine Jagd in Lissis geliebten Wäldern. Das ist aber auch schon alles, was von den Sissi-Vorgängerfilmen übernommen wurde - denn jetzt kommt es "bullyg". Eine schräge und krude Mischung von Filmzitaten und Bully-Einfällen wechseln sich rasant ab. Nach einer Einführung in das Hofleben mit allerlei neckischen Zeitvertreiben wird die Lissi von einem Yeti entführt, der einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat, um sein eigenes Leben zu retten. Wem außer Bully kann so etwas als Plot einfallen? Der Irrwitz schlägt um sich. So flattert ein Vögelchen lustig in der Eingangssequenz herum und erinnert an das Nüsse sammelnde Eichhörnchen aus "Ice Age". Der Yeti auf einer Schlossturmspitze schlägt sich in King-Kong-Manier auf die Brust und der wilde Schneeabfahrtslalom könnte aus einem James Bond Film sein. Mehr soll hier aber nicht verraten werden. Allerdings zeigen die Trailer zum Kinofilm schon die Hauptpointen, wie z. B. die Oma in der Kutsche mit Rechenschieber als antikes Navigationssystem. Es gibt zwar noch einige gute Witze, diese sind aber viel zu oft zu schnell verpufft. Jagd auf einen Schlittschuhläufer? Anfangs ganz witzig, auf die Dauer der ganzen Szene gesehen bleibt nur Rauch und Schall. Auch die Songs, von Stefan Raab geschrieben und komponiert, wollen nicht so recht in den Film passen.

War der "Schuh des Manitu" ein Brüller, (T)Raumschiff Surprise ein Kreischer, ist die "Lissi und ihr wilder Kaiser" nur noch ein lustiger Film. Familienfreundlich und unterhaltsam, aber kein Schenkelklopfer und unter-den-Sitz-Rutscher. Allerdings: Hut ab! Dieser 3D-Film aus Deutschland kann sich wirklich sehen lassen. Bully hat es geschafft, internationale 3D-Animatoren, die schon für Peter Jacksons "King Kong" arbeiteten, zu verpflichten. Ein wirklich beeindruckender Film mit wunderschönen Landschaften und liebevoll "gezeichneten" Figuren. Schöne Detailarbeiten, wie wir sie auch schon von Bullys anderen Filmen kennen. Einfach hübsch anzusehen.

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"Jetzt blubbern!" Am Hofe wird Wellness groß geschrieben! © 2007 herbX film

Für Fans ein Muss und für alle, die lustige Unterhaltung im Kino suchen, eine gute Wahl, denn "Lissi und der wilde Kaiser" hält immer noch einige Überraschungen bereit, die zum Staunen und Lächeln verführen. Was will man mehr für sein Geld? Der Film sorgt 90 Minuten für Unterhaltung und Ablenkung von den trüben grauen Novembertagen, die uns bald heimsuchen.

Nach Auskunft des Regisseurs Bully Herbig soll die Produktion unter 12 Millionen Euro gekostet haben. Natürlich ein Witz, wenn man bedenkt, dass ähnliche Streifen in Hollywood das Zehnfache an Mitteln verschlingen. Aber wir sind nun mal nicht in Hollywood.

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Michael "Bully" Herbig © 2007 herbXfilm

"Manitu" und auch das "(T)Raumschiff" waren Kassenknüller. Da Herr Herbig bei "Lissi" sein eigener Produzent war, ist diesem Film Besucherandrang zu wünschen. Außerdem war Bully hier auch Drehbuchautor, Regisseur und natürlich, es könnte kaum anders sein, gibt es ihn im Film auch zu hören: er ist die Stimme der Lissi. Wie auch seine Kollegen von der Bullyparade, Rick Kavanian (u.a. die Stimme vom Feldmarschall) und Christian Tramitz (u.a. Kaiser Franz), übernimmt er weitere Sprechrollen. Die Riege der Sprecher wird komplettiert durch Waldemar Kobus als der König von Bayern und, herrlich streng, Lotte Ledl als die Kaiserin Mutter. Das Komiker-Duo "Badesalz" gibt den Teufel.

Der Film kommt am 25.10.2007 in die deutschen Lichtspielhäuser. Schon jetzt ist reichlich Material wie Trailer, Bilder und Hintergrundinfos auf den Filmseiten im Internet unter www.lissi.film.de erschienen. Auch ein Computerspiel wird es rechtzeitig zum Filmstart geben. Unter dem Titel "Lissi und der wilde Kaiser: Der Kaiserschmarrn zum Film" wird die DVD für alle Bully-Fans zu haben sein.

Viel Spass mit dem Kaiserschmarrn!

Weitere Infos und Fotos:
http://www.lissi-derfilm.de/