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Der Ausputzer: Michael Clayton

Achtung: Starttermin verschoben!

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© 2007 Constantin Film, München

George Clooney ist "Michael Clayton", Ex-Staatsanwalt und jetzt "Ausputzer", so nennt er sich selbst, einer großen New Yorker Anwaltskanzlei in dem gleichnamigen Film von Tony Gilroy, der auch das Drehbuch schrieb. Aus dessen Feder stammen schon die sehr erfolgreichen "Bourne"-Filme (Die Bourne Identität - 2002, Die Bourne Verschwörung – 2004 und ‚ Das Bourne Ultimatum – 2007), so wie z. B. "Dolores" – 1995 nach dem Roman von Stephen King oder "Im Auftrag des Teufels" – 1998 mit Keanu Reeves und Al Pacino. Dieses Mal also nahm der Autor höchstpersönlich Platz auf dem Regiestuhl und beschert uns einen beunruhigenden Film. Dunkel, abgründig und aufregend. Der richtige Film zur Herbstzeit.

Von Dietmar Wolfgang Pritzlaff


Michael Clayton (GEORGE CLOONEY, rechts) erhebt schwere Vorwürfe
gegen Karen Crowder (TILDA SWINTON) © 2007 Constantin Film, München


Michael Clayton (problembelastet und bis zu letzt so gar kein Racheengel: George Clooney) bereinigt die persönlichen Probleme der Klienten einer New Yorker Anwalskanzlei. Sein Kollege Arthur Edens (verstört und verstörend: Tom Wilkinson) soll für einen internationalen Chemikalienhersteller eine Milliarden-Dollar-Klage abwenden. Doch statt den Interessen des Großklienten bedingungslos zu folgen kommen Eden Zweifel an dessen Unschuld und er sabotiert den Fall. Michael Clayton wird beauftragt, die drohende Katastrophe abzuwenden, doch Arthur Eden versucht weiter den Geschädigten des Chemiekonzerns U/North zu helfen. Doch das sickert durch und die Leiterin der Rechtsabteilung des Chemiekonzerns Karen Crowder (tough und Energie geladen: Tilda Swinton) schickt ihre Handlanger los, um der explosiven Situation Herr zu werden. Jetzt steht auch Michael Clayton auf der Abschussliste.


Mann fürs Grobe: Michael Clayton (GEORGE CLOONEY) © 2007 Constantin Film, München

Allerdings, so aufwühlend wie die Thematik der Vertuschung in diesem Film ist, so verwirrend sind zu Anfangs die vielen Namen und Szenen und kommen leider in der Mitte des Films zu einem langatmigen Punkt an dem die persönlichen Probleme von Michael Clayton behandelt werden. Sie wollen erst so gar nicht ins Konzept passen. Doch harrt der Kinobesucher bis zum Schluss aus, wird er von der Schlüssigkeit der vielen Abweicher von der Hauptstory belohnt und überrascht. Meine Empfehlung: Unbedingt auch für den aufschlussreichen Schluss die volle Konzentration bewahren. Sie droht manches Mal im Verwirrspiel weg zu brechen.


George Clooney (rechts) im Gespräch mit Regisseur Tony Gilroy (Mitte)
und Steven Soderbergh (links) © 2007 Constantin Film, München

Wer lieber leichte Unterhaltung sucht, sollte diesen Film meiden. Das jedenfalls ist er ganz und gar nicht. Wer aber niveauvolle, sehr wortlastige Anwaltsfilme, wie z. B. "Der Klient" mag, ist hier gut aufgehoben. Alles spielt sich in "Michael Clayton" auf höchster Ebene ab: Ein Bravo Tony Gilroy für sein Erstlingswerk als Regisseur. Von diesem Mann werden wir wohl noch so einige gute Filme erwarten können. Der Film ist stimmungsvoll von dem Kameramann Robert Elswit in Szene gesetzt. Der Oscar nominierte Elswit stand schon bei "Das Urteil" - 2003 und "Magnolia" – 1999 hinter der Kamera. Unterstrichen werden die gewaltigen Bilder von einer fast hypnotischen und beunruhigenden Musik von James Newton Howard, der schon für die Filme von M. Night Shyamalan die Musik schrieb z. B. "The Village" – 2004 und "The Sixth Sense" – 1999.


© 2007 Constantin Film, München / Brauer Photos

Großartige schauspielerische Leistungen muss man dem ganzen Schauspielensemble des Films bescheinigen. Allen voran die vom Ehrgeiz zerfressene Tilda Swinton in der Rolle der Karen Crowder. Sydney Pollack überzeugt mal wieder in einer Rolle in der er die Macht in Händen hält. Tom Wilkinson, der hier mal so richtig verrückt spielen darf und natürlich George Clooney, der sehr zurückhaltend aber immer präsent die Rolle des Michael Clayton spielt. Hat man noch in den ersten Szenen einen Clooney erwartet, der als Held über Stock und Stein geht, der wie ein Spezialagent durch die Schluchten von New York jagd, wird man immer mehr überrascht, dass dieser Held so gar kein Held ist. Clooney erstickt fast an seinen eigenen privaten Problemen um Bruder, Kind und Familie. Umso mehr freut man sich später über eine fast unspektakuläre Schlusspointe. Die aber hier nicht verraten werden soll.
Achtung! Änderung! Der Film kommt nicht, wie hier bereits angekündigt, am 13.12.2007 in unsere Kinos - der Verleih gab bekannt, dass erst im Februar 2008 mit dem Streifen zu rechnen ist.

Weitere Infos auf:
www.michaelclayton.film.de/

oder der internationalen Seiten:
http://michaelclayton.warnerbros.com/