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"Die Zone des Wohlstands"

Der Film "LA ZONA" kommt in die Kinos

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Nur eine düstere Zukunftsvision oder schon bald Realität?, fragt der Film LA ZONA von Regisseur Rodrigo Plá. In seinem schon mehrfach zu Recht ausgezeichneten Erstlingswerk zeigt Plá eine Stadt der Wohlhabenden und Bessergestellten innerhalb einer Großstadt, hier Mexiko-City. Die Zone ist mit hohen Mauern und Zäunen, Stacheldraht und Videokameras von der übrigen Stadt hermetisch abgeriegelt. Sie wird außerdem von einem ganzen Sicherheitsteam überwacht. Es gibt eine Sicherheitsschleuse, an der sich jeder der hinein oder hinaus will, mit Ausweisen an- und abmelden muss. Big Brother für Reiche.

Von Dietmar Wolfgang Pritzlaff

Innerhalb der Zone gelten eigene Gesetze. Es gibt einen "Zonen-Rat", der die Rechte und Pflichten der Einwohner regelt. Draußen herrscht ein korrupter Polizeichef, der einen Batzen Geld durch Weggucken verdient.

Bei einem Unwetter stürzt ein riesiges Werbeplakat in die Ummauerung der Zone. Drei Jugendliche aus den Slums der großen Stadt wagen den Versuch in die verbotene Zone einzudringen. Allerdings werden sie von einer Bewohnerin bei ihrem Einbruch überrascht. Miguel, einer der Jugendlichen, schlägt die Bewohnerin zu Boden und kann sich verstecken. Ein interner Zonenwächter und Miguels beiden Freunde werden auf ihrer weiteren Flucht von den Zonenbewohnern erschossen. Kurzerhand werden den Jugendlichen sämtliche Morde angehangen. Die Polizei schaut nach einem Deal weg und verlässt die Zone wieder. Die Zonenbewohner regeln allein ihre Geschäfte und einigen sich auf Selbstjustiz. Die Hetzjagd auf den letzten der Einbrecher, Miguel, beginnt.

Wenn auch nur zehn Prozent des Gezeigten real werden sollte, ist das schon Schrecken genug. Der Regisseur Rodrigo Plá zeigt die Bestie Mensch ungeschminkt und brutal.

Eigentlich eine Zukunftsvision, die stark an John Carpenters 80er-Jahre-Klassiker DIE KLAPPERSCHLANGE erinnert, allerdings wähnte sich damals der Zuschauer in Sicherheit, durch die Verlagerung der Geschichte in die Zukunft. LA ZONA zeigt, dass wir schon in dieser Zukunft angekommen sein könnten.

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Der Film, obwohl ein Debütfilm, reicht an hohes Hollywood-Format heran. Die Hetzjagd auf den Jugendlichen ist blutig, pervers und brutal. Plá zeigt nur auf, er beschönigt nichts. Eiskalt und unbarmherzig. Man fühlt sich an den Film DIE WELLE von Dennis Gansel erinnert, wenn die Masse uniform wird. Wenn Menschen die Kontrolle über sich selbst verlieren. Wenn Menschlichkeit nur auf "Gleichgesinnte" angewendet wird. Die Figuren des Films sind voller Tiefe und Gefühle, auch zwiespältige Gefühle werden gezeigt. Ein Lob dem gesamten Schauspielerensemble. Ihre Leistung ist, dass dieser Film so real wirkt, wie eine Dokumentation. Wehe, wenn diese Vision Wahrheit werden sollte oder schon ist?

Ein harter Film, bei dem man nicht glauben möchte, was da einem erzählt wird. Glänzend besetzt und in krassen Bildern erzählt. Es muss nicht immer ein Hollywood-Film sein.

Diesem Film ist viel Publikumserfolg zu wünschen. Er wurde schon im Jahre 2007 auf Festivals gezeigt, konnte einige Preise gewinnen, wie zum Beispiel den Preis für den besten Nachwuchs Film auf dem Filmfestival von Venedig oder den FIPRESCI-Preis beim Festival Toronto. Erst jetzt tritt er mit dem Cine Global Filmverleih den Weg in die deutschen Kinos an. Dieser Film ist eine echte Überraschung unter den vielen neuen Filmen, die in diesem Herbst in die Kinos kommen.

Der Kinostart des Films LA ZONA ist der 11.12.2008

Er wird nur in folgenden Städten gezeigt: Berlin, Hamburg, München, Köln, Oldenburg, Regenburg und Dresden. Für alle, die in der Nähe dieser Städte wohnen, ist LA ZONA eine dringende Empfehlung. Es lohnt sich!

Die Homepage des Autors:
Dietmar Wolfgang Pritzlaff

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Weitere Infos gibt es auf den offiziellen Seiten des Films:
http://www.lazona-derfilm.de

 


eingestellt am: 08.12.2008