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Maria, ihm schmeckt's nicht!

Der Film zum Bestseller von Jan Weiler kommt in die Kinos


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Filmplakat © 2009 Constantin Film


Was geschieht, wenn der deutsche Jan (Christian Ulmen) die Halbitalienerin Sara (Mina Tander) ganz schlicht heiraten will? Es ruft den Schwiegerpapa Antonio (Lino Banfi) auf den Plan, denn der hat ganz andere Absichten mit den Heiratswilligen. Es muss nach alter Familientradition in Süditalien geheiratet werden, mit samt der ganzen italienischen Sippe. Nach der langen Reise mit dem Auto durch ganz Italien und dem Beschnuppern der Familienmitglieder bricht ein Chaos aus und dieses Chaos will ausgehalten sein. Meistert Jan diese Situation?

Von Dietmar Wolfgang Pritzlaff
Wie das Buch von Jan Weiler gibt auch der Film Auskunft über die absurdesten Begegnungen der Familien untereinander. Das Buch wurde zu einem Überraschungserfolg, gerade auch für den Autor Jan Weiler, der hier sein eigenes Leben und seine Erfahrungen mit der italienischen Familie aufgeschrieben hat. Er wurde von seinem Verlag direkt genötigt diese Geschichten aufzuschreiben. Ein Glück.

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Antonio Marcipane (Lino Banfi) © 2009 Constantin Film Verleih GmbH


Jetzt hat Jan Weiler zusammen mit dem Drehbuchautor Daniel Speck (MEINE VERRÜCKTE TÜRKISCHE HOCHZEIT, TV-Film) seine absurden und manchmal grotesk anmutenden Geschichten für den gleichnamigen Film adaptiert. Springt der Erzähler im Buch von einer komischen Situation in die andere, zeitlich vorwärts und rückwärts, so wurde alles für die Leinwand in einen kürzeren Erzählstrang gepresst, der die Story filmtechnisch besser umschließt. Es gibt noch Rückblenden, aber diese beziehen sich auf den Schwiegerpapa, wie er 1965 als Gastarbeiter nach Deutschland kam, nach Osnabrück, wie er 1970 die Deutsche Ursula (Maren Kroymann) kennen und lieben lernt und sie schließlich heiratet.

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Sara (Mina Tander) mit ihrer Mutter Ursula (Maren Kroymann) auf dem Weg
zur italienischen Verwandtschaft © 2009 Constantin Film


Im Buch fahren die deutschen Familien mehrere Male nach Italien, erleben zusammen italienische Lebensart und kleine Reibereien bis das Fass fast überläuft. Dies geschieht im Film in einem Rutsch, in einer Reise nach Süditalien - sozusagen ein Reisebericht mit aberwitzigen Erlebnissen, die kaum überboten werden können.

Ursula, die Schwiegermama (Maren Kroymann hier endlich mal wieder in einem Film zu sehen) kann ein Lied von den Schwierigkeiten mit fremdländischen Gewohnheiten singen. Hatte sie doch die gleiche Begegnung mit der italienischen Familie, wie Jan, ihr Schwiegersohn sie jetzt erleben muss. Es gibt Ärger mit den italienischen Behörden. Sara wurde in Italien nicht angemeldet und existiert damit für die Behörden gar nicht. So kann und darf nicht geheiratet werden. Jedenfalls nicht in Italien. Sara muss erst einen italienischen Pass aus Deutschland besorgen. Ein Verkehrsunfall und eine Familienfehde runden dieses "Familienidyll" ab.

Geheiratet wird nicht, wie in der wahren Geschichte aus Jan Weilers Roman in Campobasso, sondern in der Kleinstadt Gravina in Apulien, das man für den Film umbenannt hat in Campobello. Die Kleinstadt Gravina war nicht fotogen genug, so Jan Weiler in einem Interview.

 

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Jan (Christian Ulmen) mag keine Meeresfrüchte © 2009 Constantin Film


Das Buch ist eine gelungene Ansammlung von Familienkatastrophen. Jan Weiler erzählt erfrischend leicht und komisch. Der Film besitzt ebenfalls diese Leichtigkeit und funktioniert genauso wunderbar leicht und locker, wie das Buch.

Das gesamt Schauspieler-Ensemble ist einfach umwerfend komisch. Langatmigkeit oder gar Langeweile kommen zu keiner Zeit auf. Allen voran Verdienst von Christian Ulmen, der ein wenig trottelige Schwiegersohn, der kein Italienisch kann und in die absurdesten Situationen rutscht.
Da dieser Film in deutsch-italienischer Co-Produktion entstand und auch in Italien gezeigt werden soll, hat man einige italienische Schauspieler engagiert. Lino Banfi spielt Antonio, Jans Schwiegervater. Er ist einer der beliebtesten Komiker und Schauspieler Italiens und konnte kein Wort deutsch sprechen. Für ihn erfand man eine Kunstsprache, die so wunderschön naiv-deutsch-italienisch klingt.

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Jan Weiler (Autor) und Neele Leana Vollmar (Regisseurin) am Set von
"Maria, ihm schmeckt's nicht!" © 2009 Constantin Film


Die Regie für MARIA, IHM SCHMECKT'S NICHT! übernahm Neele Leana Vollmar, die schon URLAUB VOM LEBEN (2004) und FRIEDLICHE ZEITEN (2008) verfilmte.

Der Erzählfluss ist ruhig und bedächtig und lässt auch Zeit für Dramatisches. Herrliche stimmungsvolle Bilder findet Kameramann Torsten Breuer für MARIA, IHM SCHMECKT'S NICHT! Er hat schon Filme wie ABGESCHMINKT! oder NAPOLA – ELITE FÜR DEN FÜHRER und DIE WELLE üppig bebildert und auch hier trifft er genau den Punkt.

Die Musik von Niki Reiser (IM WINTER EIN JAHR, ALLES AUF ZUCKER, NIRGENDWO IN AFRIKA) ist ganz italienische Lebensart. Man schwelgt und genießt in Italien und kann diese Lebensart nachvollziehen.

MARIA, IHM SCHMECKT'S NICHT! ist eine gelungene Komödie, die einfach nur Spaß macht. Ein lustiger Gute-Laune-Film, eine erfrischende Sommerkomödie, die keiner verpassen sollte. Wer mal wieder Lachen möchte, bitte sehr, hier ist der richtige Film dafür.

Der Kinostart des Films MARIA, IHM SCHMECKT'S NICHT! ist der 06. August 2009

Weitere Infos gibt es auf den offiziellen Seiten des Films:
http://www.maria.film.de

oder auf den Seiten des Verleihers:
http://www.constantin-film.de