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Pandorum

"Halluzinationen im Weltall"


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Filmplakat © 2009 Constantin Film Verleih GmbH


Der Film PANDORUM, eine amerikanisch-deutsche Co-Produktion kommt
am 01.10.2009 in die deutschen Kinos.

Von Dietmar Wolfgang Pritzlaff

PANDORUM steht in diesem Film für "Orbital Dysfunctional Syndrome", eine Art Krankheit, die durch die unermessliche Weite, die tiefe Einsamkeit und Isolation des Weltraums hervorgerufen wird. Halluzinationen, Nasenbluten, Zittern und Wahnvorstellungen sind die Folge. Die erwachten Astronauten Payton (DENNIS QUAID) und Bower (BEN FOSTER) werden von dem Syndrom befallen.

Die Erde ist völlig zerstört. Ein letztes Überbleibsel menschlicher Existenz stellt das als Experiment gecharterte Raumschiff Elysium dar. Eine Art Arche Noah für eine Neubesiedelung eines entfernten Planeten.

Nach mehreren Hundert Jahren Flug durch das All erwachen vereinzelt die Crew-Mitglieder aus dem Kälteschlaf, ohne zu wissen wo sie sich im All befinden. Ohne jeglicher Erinnerung. Die stellt sich erst nach und nach wieder ein. Die erwachende Mannschaft misstraut sich gegenseitig und entdeckt, dass der Energiekern des Raumschiffes kurz vor dem Zusammenbruch steht. Die einzige Chance dem Tod in der dunklen Unendlichkeit zu entgehen ist ein Neustart des Systems, aber der Weg zum Energiekern ist nicht so einfach zu überwinden, ohne Erinnerung und Orientierung. Einige Crew-Mitglieder machen sich auf den Weg und stellen fest: Sie sind nicht allein!

Ein düsterer Science-Fiction-Film von einem deutschen Regisseur Christian Alvart, der zuvor den Film ANTIKÖRPER schuf. Ein Film über einen Serienkiller.

Gedreht wurde PANDORUM mit deutschen Fördergeldern auf deutschem Boden, in Berlin und dem Filmstudio Babelsberg in Potsdam. Und auch eine deutsche Schauspielerin findet sich in der Besetzungsliste.

Ein Science-Fiction-Film aus Deutschland? Geht das?

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Lieutenant Payton (Dennis Quaid) © 2009 Constantin Film Verleih GmbH


Und wie das geht. Herausgekommen ist ein düsterer Endzeitschocker. Hier gibt es keine Langeweile, keine Atempause. Der Weltall-Trip hält immer neue überraschende Wendungen und Schockeffekte bereit. Erst ganz allmählich gibt sich die Geschichte in ihrem vollen Umfang preis. Aber da ist man schon tief hineingezogen in eine spannende, effektvolle Story.

Ganz neu ist das alles nicht. Die Story erinnert grob an den Film EVENT HORIZONT – AM RANDE DES UNIVERSUMS von 1997 bei dem der hier ausführende Produzent Paul W. S. Anderson selbst Regie führte und auch bei ALIEN von Ridley Scott wurde tüchtig abgeguckt. Lange dunkle Gänge, aus irgendwelchen Rohren dampft es und man kann nur die Existenz einer anderen Lebensform erahnen. Aber gut kopiert ist die halbe Miete. Denn das Produzententeam Robert Kulzer, Dave Morrison und eben Paul W. S. Anderson, die auch für die RESIDENT EVIL-Film-Reihe verantwortlich zeichnen, wissen um Filmzitate aber auch wie eine Story atemlos vorangetrieben werden kann. Das spürt man hier ganz deutlich.

Und an noch zwei Film erinnert man sich: THE DECENT – ABGRUND DES GRAUENS von Neill Marshall, ein Horror-Thriller aus dem Jahr 2005 und ABYSS – ABGRUND DES TODES von James Cameron aus dem Jahr 1989.

Schauspielerisch ist der Film PANDORUM hervorragend besetzt. Von Dennis Quaid, der mal wieder in einem Science-Fiction-Film brillieren darf, über Ben Foster, der schon in dem X-MEN-Film DER LETZTE WIDERSTAND als Mutant Angel sein Können unter Beweis stellte, bis zu Antje Traue, ein junges unverbrauchtes deutsches Gesicht, die bisher im Hip-Hop-Musical WEST END OPERA vier Jahre auf der Bühne stand.

Noch zu erwähnen wäre Cung Le, der in der Rolle des Manh unglaubliche Kampfszenen meistern muss. Ein Weltmeister des Martial-Arts. Er erhielt 2004 den renommierten Asia Entertainment Award als "Most Famous Vietnamese Martial Artist in the World".

Leider ist seine Rolle eher dürftig gehalten. Er spricht eine fremde Sprache und später muss er auch noch als Kanonenfutter herhalten. Die spektakulären Kampfszenen sind leider oft dermaßen schnell und hektisch, dass man sie nicht immer gut verfolgen kann.

Das ist noch eine Schwäche des Films: Die verwackelt aufgenommenen Kampfszenen. Sicherlich fallen solche Szenen dynamischer aus, wenn das Auge schon gar nicht mehr mitkommt, aber zu schnelle Schnitte und Bewegungen machen diese Szenen etwas anstrengend.

Ein Film der auf die Geschichte mehr baut, als auf Spezial-Effekte. Sicher, die kommen vor, sind aber sehr zurückhaltend eingestreut worden.

Alles in allem ein mitreißender Zukunftsfilm, den echte Science-Fiction-Fans nicht verpassen sollte und auch nur für einen gelungenen Filmabend gute Unterhaltung bietet. Und der Schluss des Films bietet zwei sehr überraschende Auflösungen. Also nicht verpassen.

Der Kinostart des Films PANDORUM ist der 01. Oktober 2009

Weitere Infos gibt es auf den offiziellen Seiten des Films:
http://www.pandorum.film.de

oder auf den Seiten des Verleihers:
http://www.constantin-film.de