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RUHR.2010 –
B1 A40 – Die Schönheit der grossen Strasse

Der Ruhrschnellweg – liebevoll Ruhrschleichweg genannt –
wird zur Kunstmeile

Vom 12. Juni bis zum 08. August 2010 sind 18 Großprojekte und weitere Begleitprojekte und Performances längs der A40 zu sehen und mitzuerleben. Eine Strasse, die für ihre Bauarbeiten und Staus gehasst wird. Eine Strasse, die für die schnellste Anbindung aller Ruhrgebietsstädte geliebt wird. Jetzt können Besucher diese Strasse von ganz anderen Seiten kennenlernen.
Von Dietmar Wolfgang Pritzlaff

Die A 40 ist eine der meist befahrensten Strassen Europas. Sie wird gehasst für ihren dichten Autoverkehr, für ihren Lärm und Dreck. Aber sie wird auch geliebt und verehrt. Ist sie doch die Verbindung aller Ruhrgebietsstädte. Schnell und einfach findet man auf ihr so viele Auf- und Abfahrten wie auf keiner anderen Autobahn. Hinter Schallschutzmauern blühen Gärten und es gibt verschwiegene Winkel, die es jetzt zu entdecken gilt. An 5 Ausstellungsorten werden 30 Künstlern 18 Kunstprojekte zeigen und Begleitperformances den Besucher unterhalten.

Die Ausstellung soll den Besuchern und Anwohnern diese Strasse näherbringen. Die Ausstellung soll die Aufmerksamkeit der Umgebung wieder schärfen. Für ein buntes Ruhrgebiet voller Vielfalt.
Da ist ein Wanderweg am Kreuz Kaiserberg. Er führt unter den Autobahnbrücken hindurch vorbei an einem Graffiti-Park, vorbei an HONIG VON DER PUMPSTATION ein Kunstwerk der Künstlergruppe Finger aus Frankfurt. Echte Bienen in acht Bienenstöcken sammeln Honig, den man im Rhein-Ruhr Zentrum Mülheim an der Ruhr kaufen kann. Hoch oben auf der Pumpstation leuchtet ein künstlicher Bienenkorb gelb auf die Bahnen herab. Auf der Dorfwiese von Duisburg-Werthacker bittet die Künstlerin Jeanne van Heeswijk an den runden Tisch. Das Objekt DER WIDERSTAND DES KLEINEN GLÜCKS ist ein riesiger runder Tisch an dem die Bevölkerung Probleme besprechen sollen, aber auch Grillfeste feiern können.

Gegenüber steht ein alter Bunker. Lichter wandern, leuchten und flackern wie bei einem Leuchtturm. Es gibt eine Pferdekoppel mit Ponys, Pferden und Ziegen zu bestaunen. Außerdem kann man frischen selbstgeräucherten Fisch bei DELIKATFISCH BRAUN genießen.

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© Dietmar W. Pritzlaff, Köln


Weithin sichtbar steht die Skulptur DELICATE ARCH von Rita McBride in der Mitte des Spaghettiknotens der Autobahnen. Es ist eine monumentale Ankündigung einer natürlichen Gesteinformation, ähnlich der großen Billboards entlang weiter Überlandstrecken.
Der Wanderweg führt dicht an der A 40 vorbei. Wer steht schon so nahe an einer Autobahn. Ein unheimliches und lautes Erlebnis mit merkwürdigen und gemischten Gefühlen behaftet. Probieren Sie es aus.

Am Rhein-Ruhr Zentrum in Mülheim an der Ruhr gibt es außerdem eine Postkutsche. Besucher des Zentrums können ihre Einkäufe mit der Kutsche nach Hause bringen lassen. Es gibt einen Brunnen aus Acrylglas der die Funktion eines Dorfbrunnens übernommen hat. Er nennt sich A 40 SPEZIAL – SKULPTUR EINES UNBEKANNTEN KÜNSTLERS AUS DER GRÜNDUNGSZEIT. Andere Skulpturen OHNE TITEL von Thomas Rentmeister sind auch zu besichtigen.

In Essen auf der Steeler Straße leuchtet das Objekt AUSLAUFENDES ROT von Christoph Schäfer blutrot in die Nacht. Es besteht aus dem alten Wasserturm auf der Steeler Straße, der mit roten Fahnen geschmückt wurde und mit seiner roten Illuminierung leuchtet er weithin sichtbar. Das "Kunstwerk" soll an einen fast vergessenen Vorfall erinnern: Die Rote Ruhr Armee, die am Wasserturm die Nationalsozialisten im März 1920 zurückschlug. Ein politisches Objekt – wunderschön anzusehen. Eine Ausstellung im Kino Eulenspiegel auf der Steeler Straße berichtet von den Vorfällen.


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© Dietmar W. Pritzlaff, Köln


Eine Fahrt auf der A 40 von Mülheim kommend eröffnet dem Betrachter links und rechts der Fahrspuren eine Art BARCODE. Das Planerteam orange.edge brachte die farbenfrohen Streifen an die Schallschutzwände.

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© Dietmar W. Pritzlaff, Köln


Eine Tankstelle wird zur Kontaktzone. Wie verlorene Container stehen Aluminiumfolien bezogene riesige Kisten auf dem Parkplatz der Tankstelle: BOX 112% heißt das Kunstwerk von Martin Pfeifle.

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© Dietmar W. Pritzlaff, Köln


Etwas abseits verlaufen neongelbe Balken in sämtliche Himmelsrichtungen. DRIVEWAY TRANSIT EXIT von einem Wiener Künstlerteam: Zinganel und Hieslmair. Es nimmt Bezug auf die Herkunft der Schrebergartenbesitzer hinter der Schallschutzwand. Im Schrebergartenbereich entsteht eine weitere Skulptur mit Namen von Orten in den jeweiligen Richtungen.

In Bochum am Dückerweg steht das MOTEL BOCHUM des Künstlerateliers van Lieshout. Hier kann sich der Besucher ausruhen und erholen, aber auch übernachten. Hier finden zur Eröffnung der Ausstellung auch einige herausragenden Programmpunkte statt: Auf der Bühne wird eine junge Rockband spielen. Es wird Autodrifts geben, Autotuningliebhaber werden fachsimpeln. Später am Abend werden auf einer großen Leinwand Filme zu sehen sein. Ein Autokino-Erlebnis an der A 40. Kommen Sie zahlreich es darf gefeiert werden. Für das leibliche Wohl wird gesorgt sein.

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© Dietmar W. Pritzlaff, Köln


Die große Eröffnung der Ausstellung ist Samstag, der 12.06.2010 ab 19.00 Uhr
Zur Ausstellung B1 A40 – DIE SCHÖNHEIT DER GROSSEN STRASSE gibt es Touren und Führungen. Die verschiedenen Begleitprogramme werden in einer Broschüre aufgelistet und die Kunstobjekte sind darin mit Navi-Adressen aufgelistet.


Fotos zur Pressebesichtigung der Emscherkunst: FOTOSTRECKE


Weitere Informationen:
http://www.b1a40.de


oder:
http://www.ruhr2010.de