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Peter Pabst, Video-Installation – Villa Waldfrieden – Foto © Dietmar Wolfgang Pritzlaff



„Vorsichtshalber Vorsichtig“

Eine Ausstellung mit drei Peter Pabst - Installationen

NEU: 18. Januar 09. März 2014

Bereits 4500 Gäste besuchten an den ersten drei Wochenenden die Ausstellung „Vorsichtshalber Vorsichtig“, die aufgrund dieses Erfolgs bis zum 9. März 2014 verlängert wird.

Von Dietmar Wolfgang Pritzlaff

Unfertig, aber schon äußerst beeindruckend konnte die Presse am Donnerstag, den 16. Januar die Ausstellungsobjekte im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal in Augenschein nehmen.


Peter Pabst und Tony Cragg vor Villa Waldfrieden – Foto © Dietmar Wolfgang Pritzlaff

 

Die erste Installation zeigt in den Fenster der alten Villa Filmausschnitte aus Pina Bausch Stücken. Sofort ist man gefangen von der Kraft der Bilder. Aus Lautsprechern dringt Musik der Stücke. Die Ausschnitte wechseln innerhalb der Fenster. Einige Mal wird die Video-Installation in allen Fenster gleichgeschaltet und die ganze Hausfront wird betanzt von den Tänzern und Tänzerinnen des Pina Bausch-Ensembles. Schade, dass die Ausstellung im kalten Winter gezeigt wird. Im Sommer würden sich bestimmt die Besucher auf die Wiese setzen und dem Treiben lange zuschauen. Ein absoluter Blickfang.

 

 
Videoinstallation von Peter Pabst – Video © Dietmar Wolfgang Pritzlaff

 

In der Glashalle gegenüber hängen 8 x 5 Meter große Gaze-Schleier, bedruckt mit Fragen, Themen und Anregungen der Proben, die Pina Bauschs Arbeit so prägten. Irgendwo ist auch der Titel dieser Ausstellung zu lesen. Der Besucher soll sich verlieren in diesen Fragebeispielen, wie in Querverweisen.

 


Installation von Peter Pabst in der Glashalle – Foto © Dietmar Wolfgang Pritzlaff

 

Zwischen den hauchdünnen Schleiern kann der Besucher lustwandeln und in die Gedankenwelt der Pina Bausch eintauchen. Durch ein Durchschreiten der Gazestreifen sollen die Stoffbahnen in Bewegung geraten und wogen, so erläutert der Bühnenbildner und Künstler Peter Pabst vor Ort.

Die dritte Installation in dem neugeschaffenen Pavillon, etwas abseitiger am Fuße eines Hanges gelegen, zeigt den Blütenberg aus dem Pina Bausch Stück DER FENSTERPUTZER. Gleißend rot soll er bei der Ausstellungseröffnung strahlen. Beeindruckend wenn man vor dem Blütenberg steht. Endlich kann man eine Ahnung davon bekommen, wie die Tänzer und Tänzerinnen im Stück diesen Blütenhügel sehen und mit ihm "spielen".

 


"Blütenberg" von Peter Pabst – Foto © Dietmar Wolfgang Pritzlaff

 

Anschauen, aber nicht anfassen heißt es in dieser Ausstellung, in der das Bühnenbild dem Zuschauer nahe gebracht wird. Anders war die große Ausstellung RÄUME TRÄUME – 2008/2009 im Museum Bochum angelegt, in der die Besucher ganze Pina Bausch-Räume selbst erobern konnten.
Einmal fast lautlos auf dem Rasen aus dem Stück 1980 laufen, einmal das Knirschen des weißen Sandes unter den Füßen aus dem TANZABEND II hören, vorsichtig ein Nelkenfeld durchschreiten aus dem Stück NELKEN oder eine schwimmende Insel mit Goldstaub betreten aus EIN TRAUERSPIEL. Da konnte sich der Besucher wie ein Tänzer in den Stücken der Pina Bausch fühlen.

In dieser neuen Ausstellung, als Hommage an Pina Bauschs Gedankenwelt gedacht, wird leider nur ein Bruchteil des Bausch-Universums sichtbar. Trotz allem bleiben einem die Bilder des gesehenen im Kopf und es reizt zum weiterdenken und näherbeschäftigen mit den Werken der Pina Bausch.

Schön, dass es den Skulpturenpark Waldfrieden überhaupt gibt und die Möglichkeit dort auszustellen. Der Park gehört dem großen Künstler Tony Cragg, der seine riesigen Skulpturen im ganzen Park verstreut aufgestellt hat. Seine organischen Objekte harmonieren mit den Bäumen und Wiesen.

Deshalb passt auch die jetztge Ausstellung von Peter Pabst wunderbar in diese Landschaft. Setzte sich doch der Bühnenbildner auch mit der Natur auseinander und schuf Bühnenbilder die schon allein für sich außerordentliche Kunstwerke darstellen. Zum Beispiel eine Mooswand aus der Quellen sprudel für das Stück WIESENLAND. Ein Wasserfall trifft auf einen See in EIN TRAUERSPIEL, Regengüsse in VOLLMOND, aber auch eine Wüsten- und Schneelandschaft. Aus der Natur und mit der Natur spielen für die Bühne. Hier im Skulpturenpark wird künstliches natürlich und ist wunderschön anzusehen. Unbedingt mal wieder Kunst schauen gehen. Es lohnt sich!

Peter Pabst
arbeitet seit 1979 als freier Bühnen- und Kostümbildner in Schauspiel, Oper, Tanz, Film und Fernsehen. Schon 1980 entwarf er sein erstes Bühnenbild für ein Stück von Pina Bausch. Bis zu ihrem frühen Tod schuf Peter Pabst 25 Spiel-Räume für die Bausch-Stücke.

Peter Pabst wurde ausgezeichnet mit der Kainz-Medaille der Stadt Wien, durch die Ernennung zum Chevalier des Arts et des Lettres in Frankreich und die Verleihung des Titels Professor durch den Ministerpräsidenten von NRW.

 

Im Rahmen von PINA40

Veranstaltergemeinschaft: Das Land Nordrhein-Westfalen, die Stadt Wuppertal, die Landeshauptstadt Düsseldorf, Die Stadt Essen Gefördert durch: Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, die Stadt Wuppertal gemeinsam mit der Dr. Werner Jackstädt Stiftung, die Kunststiftung NRW, das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, die Kulturstiftung Essen, die Stadtsparkasse Wuppertal. Die Jubiläumsspielzeit 2013/2014 entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Pina Bausch Foundation.

Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr,
Vernissage am Freitag, 17. Januar um 17 Uhr

Ort:
Skulpturenpark Waldfrieden, Hirschstraße 12, 42285 Wuppertal

 


eingestellt am: 16.01.2014