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Foto: TEN CHI © Gert Weigelt

 

Von Dietmar Wolfgang Pritzlaff und Gast-Autor: Sven Müller

TEN CHI – Pina Bauschs Japan-Stück entstand nach Reisen des Bausch-Ensembles nach Japan. Es ist eine Koproduktion mit der Saitama Prefecture, Saitama Arts Foundation und dem Nippon Cultural Center.

In den 2000er Jahren schuf Pina Bausch mit Ihrem Ensemble luftig leichte Stücke, wie zum Beispiel: WIESENLAND aus dem Jahr 2000, FÜR DIE KINDER VON GESTERN, HEUTE UND MORGEN aus dem Jahr 2002, VOLLMOND aus 2007 und SWEET MAMBO aus dem Jahr 2008.
Auch das Stück TEN CHI ist „federleicht“. Vorbei war Pina Bauschs messerscharfer Blick auf die Geschlechterrollen und den Geschlechterkampf. In dem Stück TEN CHI sind die Damen und Herren gleichberechtigt. Hier und da blitzen Annäherungsversuche auf, Tänze werden behutsam von Paaren getanzt. Die beim Zuschauer so beliebten Gruppentänze fallen aber leider gänzlich aus. Dafür darf man sich an vielen Solis der Damen und Herren erfreuen, in denen sie ihre eigenen Charaktere ausleben dürfen.
In den 1980er und 1990er Jahren wurde in den Werken von Pina Bausch immer das Fehlen von Tanz oder zu wenig Tanz bemängelt. In den 2000er Werken kommen die Fans des Tanzes wieder voll auf ihre Kosten. Und auch hier in TEN CHI.

Die Damen tanzen in kleinen Gesten zu leiser Musik, während es bei den Herrentänzen laut, wild und mit großen Bewegungen zugeht. Marion Cito schuf die Kostüme des Tanzabends: Die Damen tragen lange, weitwehende, buntglänzende Abendkleider, die Herren sind in dunklen Anzügen gekleidet.

TEN CHI bedeutet so viel wie HIMMEL UND ERDE. Aber von Himmel und Erde sieht man nicht all zu viel. Der Bühnenboden und die Wände sind schwarz. Aus dem Bühnenboden ragen Walrücken und Walfluke heraus. Skulpturale Objekte erstarrt in einer Momentaufnahme. Beindruckend schön dieses Bühnenbild von Peter Pabst. Vielleicht eine Andeutung das wir hier im Land der Wale, des Walfangs zu Gast sind. Aber es werden keine weiteren Anspielungen auf den blutigen Walfang gemacht. Dafür ist dieser Abend nicht da.

Der Abend zeigt aber ein anderes Interesse der Japaner: moderne Technik. Die technischen Errungenschaften und wirtschaftlichen Erfolge werden in diesem Stück hervorgehoben. Ein Tänzer zählt auf: „Ich habe einen Videorekorder von Toshiba, einen Plattenspieler von Sony, einen Kühlschrank von Hitachi...“
Eine Tänzerin spielt Roboter. Sie bewegt sich roboterartig zu von ihr selbst erzeugten Tönen.
Frau Grossmann zählt mit ihrer unheimlich dunklen und tiefen Stimme japanische Begriffe auf: „ Bonsai – Ba-be-bi-bo-bu-Bonsai, Suschi... Harakiri...“
Das war es eigentlich schon mit dem Japan-Gefühl. Alles andere sind gemachte Erfahrungen aus den Reisen des Ensembles. Und auch hier gilt wieder Pina Bauschs Aussage: „Nicht wie die Menschen sich bewegen, sondern was die Menschen bewegt...“ war ihr wichtig.
Eine Tänzerin zeigt wie eine Japanerin richtig sitzt. Eine andere Frau zeigt wie man einen Fächer benutzt.
Eine Frau schminkt sich weiß das Gesicht und geht als Geisha über die Bühne. Vom Foto-Fetischismus der Japaner deutet eine andere Szene hin. Fotos werden geschossen und immer wieder die Kamera gezückt.

Bewegende Texte werden zitiert, von Ruth Berlau, Bertholt Brecht, Georg Büchner und andere. Dafür ist die Schauspielerin Mechthild Grossmann zuständig, die in diesem Stück mal wieder als Gast eingesetzt ist.
Die Musik ist wieder ein Sammelsurium von Stilrichtungen. Von Ryoko Moriyama über Thomas Heberer, Robert Wyatt und Kreidler bis zu Plastikman und viele andere reichen die Werke.

Schnarchen Japaner gerne? In einer Szene fordert Dominique Merci, ein alter Weggefährte von Pina Bausch, die Zuschauer auf zu schnarchen und dirigiert das Schnarchkonzert.

Das Stück ist von einer merkwürdigen, spannenden, verzauberten Stimmung geprägt. Ähnlich der Stimmung, die beim Ansehen des Stücks VOLLMOND von 2006 um sich greift, also 2 Jahre nach TEN CHI. Auch die Musikauswahl ist ähnlich gelagert.

Den ersten Teil des Abends gestalten überwiegend die Frauen. Sie sind mit 10 Personen in der Überzahl. Die 7 Herren bestimmen dann den zweiten Teil.
Nur 2 neue Tänzer sind in dieser Aufführungen zu sehen. Mann kann sich also über die „alten Bekannten“ freuen. Manche Tänzer und Tänzerinnen sind Wegbegleiter Pina Bauschs seit der ersten Stunde.

Im zweiten Teil des Tanzabends fallen in schier endlos erscheinender Dauerberieselung weiße Schnipsel auf den schwarzen Bühnenboden. Sie bleiben liegen, türmen sich auf. Es sieht aus wie Schnee oder wie verwehende Kirschblüten. Eine Anspielung auf das von allen Japanern so geliebte und gefeierte Kirschblütenfest und der Naturverbundenheit trotz technischer Fortschritte.

 


Foto: TEN CHI • Mechthild Grossmann © Bettina Stoess

 

Was sonst noch im Stück TEN CHI passiert:
1ter Teil =
Die große, aus dem Bühnenboden herausragende Walfluke wird beleuchtet, eine Frau tanzt zu leisen Tönen ein Solo / die Musik stoppt, die Frau tanzt weiter ohne Musik / Ein Tänzer packt die Frau, lässt sie in der Luft schweben, sie macht Schwimmbewegungen, beide kreisen ein Mal um die Walfluke / eine Frau im Hintergrund zieht sich Schwimmflossen an, stützt sich auf einen Stuhl, hebt die Beine in die Luft und macht Paddelbewegungen / die Tänzerin Nazareth Panadero hat ein schwarzes Kleid aus Tüll an, sie steckt einen Anrufbeantworter in ihre Handtasche und ruft nach einem Tänzer, sie reißt ein Stück vom Tüll ab und gibt es dem Tänzer, sie quiekt vor Vergnügen dabei und beide reißen ihr Tüllkleid in Stücke, der Tänzer geht dabei wild zu Werke, Frau Panadero ermahnt ihn mit den Worten: „Wait! Slowly, slowly!“ / Frau Panadero ruft nach Helena Pikon und erklärt ihr: „Ich leg mich schlafen und Du gibt mir einen Gute-Nacht-Kuss, sie legt sich hin und Frau Pikon gibt ihr einen Kuss, dann steht Frau Panadero auf und sagt: „Was für ein Gute-Nacht-Kuss!“ / Der Tänzer Dominic Mercy kommt auf Socken mit Schuhen auf die Bühne und fragt die Zuschauer in der ersten Reihe: „Können Sie schnarchen?“, er macht es den Zuschauern vor und dirigiert mit der Hand das Schnarchkonzert / Frau Pikon legt eine große Felldecke über einen Tänzer, der vor ihr auf allen Vieren wartet, legt sich auf den „Fellrücken“ und lässt sich vom „Bären“ tragen / ein Mann legt ein Kissen auf einen Stuhl, sie machen Vogelgezwitscher nach / eine Frau mit zwei Schalen ruft mit „Zwitschern“ nach Vögeln und will sie füttern / ein Mann steht auf einem Stuhl und hebt eine Tänzerin an den Achseln hoch, er dreht sie in der Luft zu sich herum und umarmt sie, dann lässt er sie wieder herab / Frau Mechthild Grossmann sagt: „Meine Liebe ist ein Eisschrank. Oben Obst und Gemüse  – das Gleiche unten eingefroren fürs Wochenende“ / Frauen legen sich auf die Rücken der Herren, die in gebückter Haltung auf der Bühne stehen / Frau Grossmann rezitiert einen Text / der Tänzer Dominic im schwarzen langen Abendkleid macht divenhafte Bewegungen / Frau Grossmann rezitiert: „Rose für die Liebe, Kamille für die Energie und Gewürznelken für...“ und „Der Zeitpunkt ist wichtig. Am besten ist, wenn es brodelt...“ und „Kein Mensch versteht mich“ ins Publikum: „Verstehen Sie?“ / 2 Männer wechseln sich mit ihren Solotänzen ab / ein Mann hält einen anderen Mann kopfüber zwischen seinen Beinen auf seinem Schoß fest, der Mann macht Gehbewegungen in der Luft / 2 Männer halten eine Frau zwischen sich, sie lässt sich mit den Füßen über die Bühne „schleifen“ / eine Frau in weißem Kleid tanzt ein Solo / Julie Shanahan hält sich ein schwarzes Kleid vor ihr helles, zweimal fällt ihr das schwarze Kleid zu Boden / Frau Pikon in Reizwäsche vergräbt ihren Kopf zwischen ihre Beine, ein Mann macht vor ihr Liegestützen / ein Mann und eine Frau sitzen nebeneinander auf Stühlen, der Mann nimmt den Saum des Abendkleides der Frau und stopft sich das Ende als Servierte in seinen Kragen, er nimmt Messer und Gabel, als verlange er nach Essen / ein Mann ruft nach einem anderen, der kommt und lässt sich auf den Schultern des Mannes hin- und hertragen / Frau Panadero im lila Kleid mit Stäben als Verbreiterung erzählt: „Ich war im Kino. Nur ein Mann war noch da. Ich wollte schon wieder gehen, aber seine Füße waren auf der Stuhllehne neben mir. Da bin ich geblieben.“ Alle Tänzer finden sich zu Paaren zusammen und tanzen engumschlungen / Frau Panadero „quatscht“ einige paare zu / Frau Grossmann sagt: „Kimono – Kimono – Ka-Ke-Ki-Ko-Ku – Kimono, Fudjiyama – Fudjiyama – Fa-Fe-Fi-Fo-Fu – Fudjiyama, Stäbchen – Stäbchen – Sta-Ste-Sti-Sto-Stu – Stäbchen, und weiter mit: Samurai, Geisha, Harakiri, Bonsai, Sushi / eine Frau sagt verschiedene Forschungsprojekte auf / eine Frau legt sich ein Tuch auf verschiedene Weise um den Kopf, als Bauer, Geschäftsleute, Frau im Bad etc. / Frau Panadero bringt einen Bund Radieschen, einen Rettich, 2 Stangen Porree auf die Bühne, stellt sich zwischen zwei Männer, verzieht ihr Gesicht, sagt: „Uh“ und wedelt mit den Händen / Frau Panadero kippelt auf einem Stuhl und erzählt: „Meine Oma saß immer in einem Schaukelstuhl und ich saß auf der Erde und hörte ihre Geschichten“ / Frau Panadero sagt: „Ich habe viel und laut gelacht...“ dann tanzt sie ein Solo / Frau Pikon tanzt ein zartes Solo mit vielen kleinen Handbewegungen zu sanfter Musik / ein Mann tanzt ein Solo / es beginnt eine Dauerberieselung von kleinen weißen Flocken, es sieht aus wie Schnee oder das Verwehen der Kirschblüten / eine schwarze Tänzerin ist wie eine Geisha geschminkt, ein Mann reicht ihr 2 Fächer / eine Tänzerin malt Julie Shanahan ein Gemälde auf ihren Rücken / ein Mann steht im Kimono auf der Bühne, eine Frau bindet ihm einen Gürtel um die Taille / die Frau bittet den Herrn ein paar für sie unreine Stellen auf der Bühne mit einem Handfeger zu reinigen, immer wenn er sich bückt und fegt, macht die Frau ein Foto von ihm und ruft: „Smile!“ / ein Mann zählt auf: „Mein Fernseher ist von Hitachi, mein Telefon von Panasonic (weiter: Jamaha, Canon, Sanyo, Sony, Toyota, Suzuki, Nissan, Daihatsu etc.) / Helena Pikon erzählt von einem immer wiederkehrenden Traum ihrer Kindheit, vom einem Prinz und dem Wind / Dominic fordert wieder zum Schnarchen auf / ein Mann ruft laut und langgezogen: „La Programm – la Pro-o-o-o-o-gramm“ / eine Frau sagt laut ins Publikum: „PAUSE“ / Dominic fordert weiter zum Schnarchen auf / eine Frau „sattelt“ wieder ihren Bären und der Programm-Mann ist sogar im Foyer zu sehen und zu hören, als das Publikum schon in die Pause geht / es rieselt weiter weiße Flocken auf die Bühne...

2ter Teil =
endlose Berieselung der weißen Flocken / eine Frau tanzt ein Solo / zwei Frauen begrüßen sich, viel Kopfnicken und distanzierte Höflichkeiten / eine Frau zeigt einer anderen Frau wie man in Japan lächelt und immer lächelt / Frau Pikon fordert das Publikum auf: „I think we have to go...“ und „We are going now...“ – „We are going together...“, keiner folgt ihr und sie geht ab / Thusnelda Mercy tanzt ein Solo, ein „trauriger“ Tanz / ein Mann gibt Frau Pikon einen Fächer den sie nur hält, der Mann dreht ihren Arm hin und her und lässt sie fächern, sie fächert nicht selbst, der Mann pustet Luft in ihre Haare, dass sie fliegen / Julie Shanahan stellt sich auf die Oberschenkel eines sitzenden Mannes, zwei andere Männer nehmen sie bei ihren Armen und lassen sie durch die Luft schweben / Julie tanzt ein Solo / ein Mann in weißem Hemd und lila Rock dreht sich wie ein „Derwisch“ auf der Stelle, er setzt mehrmals diese Drehungen wieder an, bis er sich tief ausatmend hinhockt und verschnauft / die farbige Tänzerin in rotem Kleid tanzt ein Solo / ein Mann mit einem Kissen umrundet die Tänzerin in Rot / der Mann wirft das Kissen in die Luft, die Tänzerin legt sich auf den Boden, sie rollte sich weg, wenn das Kissen sie treffen könnte / ein Mann fällt um, ein anderer stellt ihn wieder auf / Julie drückt sich auf ihren Bauch / eine Frau „klaut“ sich Fotos von einem Mann mit ihrem Fotoapparat / eine Frau sitzt rauchend auf einem Stuhl, zwei Männer schauen ihr zu und stecken sich was in ihre Anzugstaschen / eine Mann und eine Frau necken sich, sie zwacken hier und da mal / Mechthild Grossmann rezitiert wieder Texte / ein Mann schleppt zwei Männer mit hochtoupierten Haaren auf die Bühne / zwei Männer verharren in einer Angriffsstellung voreinander, ein dritter Mann stellt Stühle unter die gespreizten Beine, die Herren nehmen so Platz und entspannen sich / Julie „zerbläst“ ein Papiertaschentuch und geht mit einem Mann von der Bühne, der Mann hebt und senkt dabei ihre Arme / ein Mann und eine Frau necken sich aus der Ferne: er macht ihr Bewegungen vor, macht ihr einen Tanz vor, sie schaut nur zu / ein Mann bringt einen Stuhl und dreht sich immer wieder nach einer Tänzerin um / der Mann legt seine Hand unter ein Stuhlbein, eine Tänzerin kommt, nimmt den Stuhl und geht ab, der Mann reibt sich die Hand und schaut erstaunt / Mechthild kommt in weißem Cocktail-Kleid und großem Hut mit Schleier auf die Bühne, sie schleicht leise unter der Walfluke her, wenn ein Mann an ihr vorbeigeht, sagt sie: „Dort oben hat man einen neuen Stern entdeckt, aber heller ist es noch nicht geworden“ / eine Frau spielt Roboter und untermalt sich dabei mit eigenen Tönen durch ein Mikrofon verstärkt, sie wirft ein Kissen zu Boden und zerknüllt es / ein Mann und die Frau, die vorher Roboter gespielt hat, sitzen an einem langen Tisch, sie zieht den Mann mitsamt des Tischtuches zu sich heran und beide küssen sich / Frau Grossmann in rosafarbenem Kleid fragt ins Publikum: „Wissen Sie was gut zu Champagner passt?“ und gibt gleich die Antwort: „ICH“, dann ist sie ganz Diva / ein Mann oben ohne und eine Frau legen sich Gummischlangen um ihre Hälse, beißen in die Schlangen und fangen sie mit der Handtasche der Frau wieder auf / Julie steht auf einem Stuhl, ein Mann reicht ihr einen Eisklotz, sie droht das Eis fallen zu lassen / Thusnelda zertritt Plastikbecher / Dominic im roten Kimono wird ausgezogen – darunter weißer Kimono – darunter lila Kimono – darunter blauer Kimono – dann nur noch ein rotes Band über fleischfarbener Unterhose – wie von einem Sumo-Ringer / eine Tänzerin zählt die Finger der Zuschauer in der ersten Reihe / Dominic tanzt Solo: mit Händen auf den Knien und breitbeinig, es sieht aus wie ein Tanz eines Sumo-Ringers / ein Mann und eine Frau tanzen gemeinsam ihre eigenen Solis / ein Mann reibt seine Wange an dem Arm einer Frau, nimmt die Hand der Frau auf seine Schulter und legt sie auf ihre Schulter ab, dann der andere Arm der Frau / ein Mann sitzt auf einem Stuhl, eine Tänzerin sitzt zu seinen Füßen, er hält ihr den Kopf und zieht ihren Lippenstift nach / Frau Grossmann zitiert: „So weit ist es also gekommen. Ich verzeihe dem Frühling. Ich verzeihe dem Fluss nichts...“ / Frau Pikon isst eine Banane / Dominic trägt Thusnelda auf seinem Rücken, dann umgekehrt / ein Mann hält einen anderen Mann kopfüber zwischen seinen Beinen auf seinem Schoß fest, der Mann macht Gehbewegungen in der Luft / ein Mann tanzt Solo / eine Frau hält sich ein Kissen mit einem Hocker vor das Gesicht / zwei Männer rollen, ziehen sich mit vielen Handgriffen über die Bühne / eine Frau tanzt Solo / alle Männer tanzen mit vielen Krawatten um den Hals / alle Frauen schreien, die Männer tragen sie hinweg / alle kommen einzeln aus verschiedenen Richtungen auf die Bühne und tanzen ihren Tanz, dann kommt wieder eine andere Tänzerin oder ein anderer Tänzer / immer dichter und schneller wird das Blütentreiben, die Blütenberieselung / eine Tänzerin tanzt noch, das Licht wird immer dunkler / ENDE ///

 

 

Ich durfte mal wieder ein für mich neues Stück von Pina Bausch des Tanztheater Wuppertal erleben. Dieses mal war es TEN CHI. Dieses Stück erfuhr seine Uraufführung am 8. Mai 2004.
Da ich schon oft das Vergnügen haben durfte, Stücke von Pina Bausch zu sehen, war es auch dieses Mal wieder spannend für mich. Für mich hatte dieses Stück leider nicht den so tollen Effekt wie bei VOLLMOND, WIESENLAND oder auch NELKEN.
Es hat mich auch auf eine Art begeistert, aber wie gesagt, nicht so wie bei den anderen Stücken. Ich stellte fest, dass Pina Bausch in den vielen Jahren, auch sehr unterschiedliche Stücke geschaffen hatte, was für ihre schöpferische Kreativität spricht. Diese Abwechslung ist und bleibt das Spannende dieser Werke.
Man kann Frau Bausch immer wieder nur von Herzen danken, das Sie uns solch tollen Stücke hinterlassen hat.
Mich begeistern immer wieder die unterschiedlichen Künstler, Tänzer und Tänzerinnen. Wie hier in dem Stück TEN CHI, bei dem eine Schauspielerin Texte mit ihrer unvergleichlichen rauchigen Stimme zitiert und mich in Staunen versetzte.
Ich war vom Bühnenbild in TEN CHI beeindruckt. Die fallenden Blütenblätter, dem Walrücken und den Walflossen.
Die Musik hat mich nicht so sehr angesprochen, da ich doch eher von den anderen Stücken „verwöhnt“ war. Aber das ist Geschmackssache.
Die Tänzer und Tänzerinnen waren wieder toll, jeder und jede auf seine/ihre Art. Das auch die unterschiedlichen Altersgruppen hier keine Rolle spielen ist bemerkenswert.
Ich denke jeder muss für sich sein eigenes Urteil bilden und es ist immer wieder eine Reise wert zum Tanztheater Wuppertal. Danke für einen schönen Tanzabend.

 

Das Opernhaus war am Samstag, den 15. Juli 2017 ausverkauft und auch für die nächsten Vorstellungen gibt es nur noch vereinzelte Restkarten.
Das Stück ist zum letzten Mal noch am Montag, 17. Juli 2017 in Wuppertal zu sehen, dann folgt die Sommerpause. Im September startet dann eine Nordamerika-Tournee und in Wuppertal wird Anfang Oktober die neue Spielzeit mit einem Fest gefeiert, bei dem Mitmachen und Austausch zwischen Tänzern und Zuschauern im Vordergrund stehen.
Weitere Infos zum Tanztheater Wuppertal Pina Bausch:
www.pina-bausch.de

 


Foto: TEN CHI © Marten Vanden Abeele

 

 

Ten Chi

In Koproduktion mit der Saitama Prefecture, Saitama Arts Foundation und dem Nippon Cultural Center 

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes 

Inszenierung und Choreographie Pina Bausch
Bühne Peter Pabst
Kostüme Marion Cito
Musikalische Mitarbeit Matthias Burkert, Andreas Eisenschneider
Mitarbeit Robert Sturm, Daphnis Kokkinos, Marion Cito 
Dauer 2h 50min

Musik
 Ryoko Moriyama, Hwang Byungki, Kodo, Yas-Kaz, Balanescu-Quartett, Thomas Heberer, Rene Aubry, Beth Gibbons & Rustin Man, Gustavo Santaolalla, Robert Wyatt, Kreidler, Labradford, Plastikman, Tudôsok, Underkarl, Club des Belugas und andere. 

Texte Ruth Berlau, Bertolt Brecht, Georg Büchner, Jose Saramago, Margarete Steffin, Wislawa Szymborska und andere

Uraufführung 8. Mai 2004, Schauspielhaus Wuppertal 

Gastspiele/Tourneen
2004 Saitama 2005 Paris, Tokyo, Lissabon 2006Wiesbaden 2007 Los Angeles, Berkeley 2011 São Paulo, Rio de Janeiro, Porto Alegre 2012 London, Antwerpen, Nîmes, Ludwigshafen

Aktuelle Besetzung »
Wuppertal 2012

Probenleitung: Daphis Kokkinos, Dominique Mercy, Robert Sturm

Regina Advento, Jonathan Fredrickson, Mechthild Großmann, Ditta Miranda Jasjfi, Douglas Letheren, Eddie Martinez, Dominique Mercy, Thusnelda Mercy, Pascal Merighi, Nazareth Panadero, Helena Pikon, Jorge Puerta Armenta, Azusa Seyama, Julie Shanahan, Julie Anne Stanzak, Kenji Takagi, Aida Vainieri


Besetzung der Uraufführung »
Uraufführung 2004
Regina Advento, Alexandre Castres, Mechthild Großmann, Ditta Miranda Jasjfi, Eddie Martinez, Dominique Mercy, Thusnelda Mercy, Pascal Merighi, Nazareth Panadero, Helena Pikon, Jorge Puerta Armenta, Azusa Seyama, Julie Shanahan,Julie Anne Stanzak, Fernando Suels, Kenji Takagi, Aida Vainieri

 

Weitere Infos zum Tanztheater Wuppertal Pina Bausch:
www.pina-bausch.de

 

IMPRESSIONEN von TEN CHI TANZTHEATER WUPPERTAL PINA BAUSCH from TANZweb on Vimeo.




eingestellt am: 16.07.2017