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Die Ausstellung: "Garantiert stubenrein! Möpse aus Meissener Porzellan und ihre Freunde"
im Hetjens - Deutsches Keramikmuseum, © Landeshauptstadt Düsseldorf / Wilfried Meyer

 

Pressedienst der Landeshauptstadt Düsseldorf

Text: Meissner, Valentina, 22.02.18

Mehr als 60 Varianten werden vom 24. Februar bis 3. Juni im Institut an der Schulstraße präsentiert

Der Mops gehört zu den zehn beliebtesten Hunderassen. Vor über 2.000 Jahren wurde er in China gezüchtet und war zunächst dem Kaiser vorbehalten, bis einige Vierbeiner aus der Verbotenen Stadt in Peking entführt wurden. Über Holland und England wurde der Mops im 18. Jahrhundert zum treuen Begleiter der höfischen Damen in Europa – doch auch in jüngster Zeit scheint die Liste seiner prominenten Liebhaber endlos. Das Meissener Porzellan hat dem Mops Unsterblichkeit geschenkt. Mehr als 60 dieser Varianten werden vom 24. Februar bis 3. Juni in der Ausstellung "Garantiert stubenrein! Möpse aus Meissener Porzellan und ihre Freunde" im Hetjens - Deutsches Keramikmuseum, Schulstraße 4, gezeigt.

 


Mops in Lebensgröße • Modell von Johann Joachim Kaendler • Meissen • 1741
Privatsammlung, © Horst Kolberg

 

Da der Mops sich weder zur Jagd noch als Wachhund eignete, wurde er mit seinen großen Augen zum beliebten Schoßhund. Die Begeisterung ging so weit, dass gar ein Mopsorden als Äquivalent zu den Freimaurerlogen gegründet wurde. Papst Clemens XII. (1652–1740) hatte die Zugehörigkeit zur Freimaurerei 1738 in einem Erlass unter die Strafe der Exkommunikation gestellt. Frauen war der Zutritt zu den Logen ohnehin nicht gestattet. Da Geheimbünde in dieser Zeit jedoch äußerst beliebt waren, wurde der Mopsorden für Frauen und Katholiken zu einer Alternative. Der Mopsorden, dessen Mitglieder sich Möpse nannten, bildete gewissermaßen eine Persiflage zu den Freimaurern und animierte mehr zur Belustigung als zum sittlichen und idealen Handeln.

 


Die Ausstellung: "Garantiert stubenrein! Möpse aus Meissener Porzellan und ihre Freunde"
im Hetjens - Deutsches Keramikmuseum, © Landeshauptstadt Düsseldorf / Wilfried Meyer

 

Die Liste damaliger und heutiger prominenter Mopsliebhaber scheint endlos: Madame de Pompadour, Marie-Antoinette, Joséphine de Beauharnais, Heinrich Heine, Königin Victoria, Winston Churchill, Valentino, der Herzog und die Herzogin von Windsor, Andy Warhol, Paris Hilton, Justin Bieber und natürlich Loriot – um nur einige zu nennen.

 

Die Ausstellung: "Garantiert stubenrein! Möpse aus Meissener Porzellan und ihre Freunde"
im Hetjens - Deutsches Keramikmuseum, © Landeshauptstadt Düsseldorf / Wilfried Meyer

 

Im Meissener Porzellan wurde der Mops unsterblich gemacht. Erstaunlich ist die Vielfalt in Größe und Form, die die Modelleure um Johann Joachim Kändler (1706–1775) für die Manufaktur geschaffen haben. Dabei sind alle Variationen vertreten: klein, mittelmäßig, groß, "von ziemlicher" und gar in Lebensgröße. Die Möpse sind sitzend, liegend, sich kratzend dargestellt, auf Rasen, auf Kissen und auf Tabatieren (Schnupftabakdosen). Als einen der ersten fertigte Kändler den Mops der Gräfin Brühl, der Ehefrau des sächsischen Premierministers, im Dezember 1738 in Porzellan. Heinrich Graf von Brühl (1700–1763) war einer der größten Mopsliebhaber seiner Zeit. Als sich der Hofstaat im November 1743 zur Jagd auf Schloss Hubertusburg aufhielt, ließ Graf Brühl Kändler dorthin kommen, um auch seinen Lieblingsmops nach dem lebenden Modell in Porzellan zu verewigen.

 



Die Ausstellung: "Garantiert stubenrein! Möpse aus Meissener Porzellan und ihre Freunde"
im Hetjens - Deutsches Keramikmuseum, © Landeshauptstadt Düsseldorf / Wilfried Meyer

 

Zahlreiche weitere Modelle sind insbesondere in den Jahren zwischen 1741 und 1747 entstanden. Neben den einzelnen Möpsen modellierte Kändler auch Figurengruppen, in die ein Mops integriert ist, der hier als Hinweis auf den Mopsorden bzw. die Freimaurer anzusehen ist. Trotz des päpstlichen Verbotes hat Kändler auch zahlreiche Figuren geschaffen, die Freimaurer darstellen. Möglicherweise entstanden einige sogar im Auftrag König Augusts III. (1696–1763), der als Mitbegründer des Mopsordens gilt.

 

Die Ausstellung: "Garantiert stubenrein! Möpse aus Meissener Porzellan und ihre Freunde"
im Hetjens - Deutsches Keramikmuseum, © Landeshauptstadt Düsseldorf / Wilfried Meyer

 

Die Porzellanmöpse waren bereits zu Kändlers Zeit äußerst beliebt, worüber die Berichte zu den Reparaturen der stark beanspruchten Formen Auskunft geben. Noch im Preiscourant aus dem Jahr 1765 sind unterschiedlichste Möpse verzeichnet. In jüngerer Zeit haben auch andere Manufakturen wie Nymphenburg und Royal Copenhagen begonnen, Möpse aus Porzellan zu modellieren.

Im Hetjens werden mehr als 60 Variationen des Mops’ in Porzellan von 1745 bis heute präsentiert: vom Anhänger für Armbänder über Möpse, die auf den voluminösen Reifröcken der modischen Damen des Rokoko Platz genommen haben, bis hin zu lebensgroßen Porzellanmöpsen.

Zur Ausstellungseröffnung am morgigen Freitag, 23. Februar, 18 Uhr, wird Uschi Ackermann, die Witwe des Feinkostunternehmers Gerd Käfer, mit "Sir Henry", Deutschlands bekanntestem Mops, anwesend sein.

Hetjens - Deutsches Keramikmuseum Düsseldorf
Deutsches Keramikmuseum
Schulstraße 4
40213 Düsseldorf

während der Öffnungszeiten:
Tel 0211 - 8994210
Fax 0211 - 8929166

hetjensmuseum@duesseldorf.de

 

Flyer zur Ausstellung

 

Düsseldorfer-Online-Version

 


eingestellt am: 22.02.2018