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Pressebericht vom 28.05.2019

Zum ersten Mal präsentierten die beiden Institutionen zusammen ihre Pläne zu einer Spielzeit in einer gemeinsamen Pressekonferenz. Damit richten beide den Blick nach vorne: nicht nur im Hinblick auf die Pläne zum Pina Bausch Zentrum, sondern auch um
Antworten auf wesentliche die Zukunft betreffende Fragen zu finden, werden die
Institutionen ihre Zusammenarbeit intensivieren.


Ein Highlight ist der in Zusammenarbeit mit der École des Sables im Senegal entstehende Doppelabend Das Frühlingsopfer – common ground[s]. Dieser verschafft den Tänzer*innen dieses einmaligen Ensembles und einem internationalen Publikum neuen Zugang zu einer der bekanntesten Choreografien von Pina Bausch. Die Produktion wird nach der Uraufführung in Dakar vom 9. bis 12. April 2020 im Opernhaus Wuppertal gezeigt, bevor sie
auf eine internationale Tournee in Zusammenarbeit mit dem Londoner Sadler’s Wells Theatre geht.

Darüber hinaus geht innerhalb dieser Spielzeit das Pina Bausch Archiv online und macht damit einzigartige Quellen aus dem künstlerischen Nachlass der Choreografin weltweit zugänglich. Die Foundation arbeitet seit 2010 an der Erschließung und Digitalisierung des Archivs. Es ist mit seinen umfangreichen Ressourcen (u.a. 9.000 Videos, 200.000 Fotos sowie Produktionsunterlagen zu allen Stücken) Arbeitsgrundlage für die Aufführung der Stücke innerhalb und außerhalb des Tanztheater Wuppertal. In der Spielzeit 2019/2020 werden zunächst Materialien zu fünf Stücken online verfügbar gemacht. In den folgenden Jahren kommen weitere Stücke und Materialebenen hinzu.

Gleichzeitig nimmt die Foundation das 10-jährige Bestehen zum Anlass, um sich mit einer Vision für den zukünftigen Umgang mit dem Erbe von Pina Bausch zu befassen. Dafür greift die Foundation nicht nur auf gewonnene Erfahrungen zurück, sondern möchte dazu mit Wegbegleiter*innen und allen Interessierten ins Gespräch kommen. Unter dem Titel UTOPINA lädt die Foundation zum Austausch über Ideen und Träume zu Pina Bauschs Kunst ein. In zwei Veranstaltungen fokussiert UTOPINA insbesondere die Rolle, die das Archiv und die Weitergabe von Stücken jeweils dabei spielen können. Den Rahmen der
Veranstaltungen bilden erste Ausschnitte aus einem in Kooperation mit der Kunststiftung
NRW entstehenden Film von Florian Heinzen-Ziob über die Arbeit der Foundation.

Weitere Veranstaltungen, wie der Auftakt einer Online-Filmedition, das Pina Bausch
Fellowship 2020 und der gemeinsame Abschluss des weltweiten Videoprojekts
DANCE! The NELKEN-Line in Wuppertal sowie Stückweitergaben an das Semperoper Ballett und das Opera Ballet Vlaanderen ergänzen das Spielzeitprogramm.

Neue Spielzeit 2019/2010

Das Tanztheater Wuppertal zeigt in der Spielzeit 2019/2020 neun verschiedene Stücke, mit
32 Vorstellungen im Opernhaus Wuppertal. Den Brecht/Weill Abend Die sieben Todsünden / Fürchtet euch nicht, der auf Einladung des Théâtre de la Ville, Paris, im wieder eröffneten Théâtre du Châtelet zusammen mit dem Ensemble Intercontemporain gezeigt wird, kann das Wuppertaler Publikum im März 2020 mit dem Sinfonieorchester Wuppertal sehen. Internationale Gastspielreisen führen das Ensemble 2019/2020 zum ersten Mal nach Catanzaro in Süditalien und im Rahmen des Festivals Charleroi Danse nach Belgien, außerdem nach Tel Aviv, London und Paris. Während einer dreiwöchigen Nordamerikatournee präsentiert das Ensemble 9 Aufführungen von Palermo Palermo in Los Angeles, Berkeley und Chicago.

Neben häufig gespielten Stücken aus dem Repertoire von Pina Bausch und neuen Kreationen setzt Bettina Wagner-Bergelt den Fokus verstärkt auf die Neueinstudierung bzw. Rekonstruktion von Stücken, die viele Jahre ruhten. 42 Jahre nach der Uraufführung 1977 studiert das Ensemble des Tanztheater Blaubart. Beim Anhören einer Tonbandaufnahme von Béla Bartóks Oper „Herzog Blaubarts Burg“, in neuer Besetzung ein. Ein verstörendes, subversives Stück, das bis Mitte der 80er Jahre in zwölf Städten der Welt von Köln bis Los Angeles, von Paris bis Toronto gespielt wurde und inhaltlich und formal zu den tragenden Meisterwerken von Pina Bausch zählt. Blaubart wird am 23. Januar 2020 im Opernhaus Wuppertal Premiere haben. Die Einstudierung leiten Jan Minarik aus der Besetzung der Uraufführung, Helena Pikon und Barbara Kaufmann. Im Februar 2020 geht es für eine Serie ins Sadler‘s Wells nach London.

 



Foto: © Ulli Weiss • Ensemble der Uraufführung:
Blaubart. Beim Anhören einer Tonbandaufnahme von Béla Bartóks Oper „Herzog Blaubarts Burg“




Blaubart - Ein Stück von Pina Bausch
from Tanztheater Wuppertal on Vimeo.

Die Kreativität des Ensembles zu fördern, neue Impulse zu setzen, ähnlich radikal und hinterfragend wie Pina Bausch, sind Intention und Movens für Neukreationen und die Entwicklung interdisziplinärer zukunftsfähiger Formate, auch im Sinne einer programmatischen Ausrichtung auf das geplante Pina Bausch Zentrum. Fünf Choreograph*innen unterschiedlicher künstlerischer Handschrift sind in der kommenden Spielzeit eingeladen mit dem Ensemble zu arbeiten: Sidi Larbi Cherkaoui, Richard Siegal, Monika Gintersdorfer/Knut Klaßen, Helena Waldmann und Rainer Behr präsentieren im Juni 2020 unter dem Titel Begegnungen / Encounters neue Arbeiten im Rahmen eines abendfüllenden Programms. Eine Neuauflage der Reihe Underground mit neun neuen Produktionen im Schauspielhaus, am Standort des zukünftigen Pina Bausch Zentrum, sowie im Glaspavillon im Skulpturenpark ist für November 2019 geplant.

Eine stärkere Vernetzung in die Stadt, nachhaltige Kooperationen mit anderen Wuppertaler Kultur-Institutionen, sowie Schul- und Hochschulkooperationen sind ein großes Anliegen für Bettina Wagner-Bergelt. „Wuppertal mit seiner kulturellen Vielfalt und Vitalität bietet wunderbare Möglichkeiten für interdisziplinäre Kooperationen, spartenübergreifende Wagnisse und künstlerische Experimente“, erklärt Wagner-Bergelt, „so werden wir kommende Spielzeit mit den Wuppertaler Bühnen, dem Skulpturenpark Waldfrieden von Tony Cragg, dem Von-der Heydt-Museum, den Riedelhallen und der Bergischen Musikschule Wuppertal zusammenarbeiten.“

Unter dem Titel Suchen & Finden bietet das Jugendprojekt des Tanztheater verschiedene Formate von Schulkooperationen mit allen Schultypen zu Themen der kommenden Spielzeit. Tänzer*innen aus dem Ensemble und Gäste unterschiedlicher Genres arbeiten mit den Jugendlichen. Das Spektrum reicht von Schnupperworkshops über wöchentliche
Tanzprojekte bis hin zu interdisziplinären Kooperationen und choreographischen Ferienprojekten. Ehemalige Tänzer*innen des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch werden den Schwerpunkt Tanz an der Offenen Ganztagsgrundschule Birkenhöhe künstlerisch leiten. Damit unterstützt das Tanztheater Wuppertal eine langfristige Zusammenarbeit mit der Bergischen Musikschule Wuppertal und der Offenen Ganztagsgrundschule Birkenhöhe.

Des 10. Todestages von Pina Bausch gedenkt das Ensemble am 3. Oktober im Opernhaus mit einer eigenen Veranstaltung im Anschluss an die Aufführung des letzten Stücks von Pina Bausch „...como el musguito en la piedra, ay si, si, si...“.

 



"...Como el musguito en la piedra, ay si, si si..." - Ein Stück von Pina Bausch
from Tanztheater Wuppertal on Vimeo.  

 

Weitere Informationen auf den offiziellen Seiten des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch:

www.pina-bausch.de

 

Zum Download:

spielzeitflyer_2019_2010

spielzeitheft_2019_2020

 


eingestellt am: 01.06.2019