Online-Redaktion Read-me-Net


Von Dietmar Wolfgang Pritzlaff

Neuanfang ohne Pina Bausch? Geht das? Und ja und nein und doch, es geht irgendwie.

Erster Erklärungsversuch – SUBJEKTIV:

Als großer Fan von Pina Bauschs Werken voreingenommen, sage ich NEIN, neue Stücke von Fremd-Choreografen, das geht gar nicht. Wünschte ich mir doch, dass Ensemble-Mitglieder selbst aus sich heraus neue Stücke entwickeln. Die Ensemble-Mitglieder haben die Art und Weise einer Pina Bausch verinnerlicht und könnten, doch besser als jeder Außenstehender die Art, diese Frage-Arbeitsweise weitertragen.

Aber zu groß scheint die Angst vor der eigenen Courage zu sein, um neue Werke entstehen zu lassen für das ganze Ensemble. Vielleicht, so denke ich weiter, hätte man aus den vielen Antworten der einzelnen Tänzer und Tänzerinnen, die über die Jahre nicht in den Stücken verwandt wurden, neue Stücke wachsen lassen.

Fremde Choreografen sollen nun das Erbe Pina Bausch neu beleben? Wie wird das sein, das Jahr Null nach Pina Bausch, das fragte man sich nach Pina Bauschs Tod. Und das die Stücke weiter gespielt, aufgeführt in der ganzen Welt und wieder umjubelt auch ohne die Schöpferin, das hatte man schon längst in den letzten Jahren bewiesen.

Nun also Neuland.

Zweiter Erklärungsversuch – OBJEKTIV:

Drei neue Choreografien von vier Choreografen sind also hier und heute neu entstanden und halten jedem Publikumsgeschmack stand, wie ich im Opernhaus Wuppertal feststellen durfte.

Viele Ensemble-Mitglieder wollen tanzen und so entschied man sich das ganze Ensemble aufgeteilt in drei Werken auftreten zu lassen.

Der neue dreiteilige Tanzabend NEUE STÜCKE 2015 beginnt mit dem Werk von Theo Clinkard, Choreograf, Tänzer und Designer. Er lebt in Großbritannien. Er arbeitet 20 Jahre mit weltbekannten britischen Choreografen und kreierte drei Jahre lang eigene Stücke bevor er 2012 seine siebenköpfige Company gründete.

Entspannungs-Mauer
Tanzabend NEUE STÜCKE 2015 • Teil 1 • Ensemble und Bühnenarbeiter • Foto © Oliver Look

 

Der Titel SOMEWHAT STILL WHEN SEEN FROM ABOVE zu deutsch ungefähr: ETWAS STILL, WENN VON OBEN GESEHEN wirkt wie eine Probe vor einer Aufführung. Jeder Tänzer gibt einem anderen Tänzer oder einer anderen Tänzerin Tipps wie Bewegungen ausgeführt werden sollen. Positionen werden ausprobiert , verworfen oder weitergeführt. Große Klappleitern, von Bühnenarbeitern aufgestellt, werden erklommen und in der Höhe mit Nebelmaschinen Nebelschwaden in den Raum gezaubert. Das wirkt wie schwebende Wolken über der Bühne. Die Dreiecke bildenden Leitern sehen aus, wie Häuserdächer von Oben. Es gibt einen mitreißenden Gruppentanz vor dekorativer Leiterkulisse. Ein Tänzer in einem langen Rock singt ein Lied.

Entspannungs-Mauer
Tanzabend NEUE STÜCKE 2015 • Teil 1 • Ensemble • Foto © Oliver Look

 

Ein Tänzer lehnt am Bühnenrand an der Wand und ruht sich aus. Eine Tänzerin lehnt sich von hinten an ihn und legt ihren Kopf an seine Schulter. Später machen es andere Tänzer und Tänzerinnen ihr gleich. So entsteht eine Menschenmauer der Entspannung. Noch später windet sich der Erste der Mauer aus dem Glied und stellt sich hinten wieder an. Das geschieht immer schneller bis zur Auflösung der Entspannungsmauer.

Die KOSTÜME (sind es Kostüme?) sehen eher aus wie ganz normale Straßenkleidung. Auch hier hat man Neuland betreten. Sämtliche Kostüme des Tanzabends wurden von Rike Zöllner entworfen. Rike Zöllner lebt in London. Nach Abschluss ihres Master of Costume Design am Royal Welsh College of Music and Drama arbeitet die Kostümbildnerin vorrangig im Bereich Oper und Tanz, u.a. mit dem Nofistate Circus unter der Leitung von Firenza Guidi und der National Dance Company of Wales.

Zum sentimentalen Schluss steht ein Mann alleine auf der Zuschauertribüne und spielt Geige.

Choreografie: Theo Clinkard
Choreografische Mitarbeit: Leah Marojevic
Set Design: Theo Clinkard
Kostüme: Rike Zöllner und Theo Clinkard
Originalkomposition und Sound: James Keane
Violine: Christopher Huber

Musik: Green Onions von Booker T. and the MG's / Bundan Sonra von Seilda Bağcan / The Lark Ascending by Ralph Vaughan Williams (excerpt)

Tänzer und Tänzerinnen:
Pablo Aran Gimeno / Damiano Ottavio Bigi / Aleš Čuček / Çağdaş Ermis / Barbara Kaufmann / Juli Anne Stanzak / Michel Strecker / Aida Vainieri / Anna Wehsarg

 

Der zweite Teil des Tanzabend mit dem Titel THE LIGHTERS DANCEHALL POLYPHONY (frei übersetzt: Die Feuerzeug Tanzsaal Mehrstimmigkeit) gestalten gleich zwei Choreografen: Cecilia Bengolea und François Chaignaud. Cecilia Bengolea geboren in Buenos Aires, studierte Anthropologische Tänze, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität von Buenos Aires. Sie verbindet Elemente der Clubkultur wie Twerking und Dubsteps mit Einflüssen von jamaikanischem Dancehall und arbeitete zusammen mit Choreografen wie Claudia Triozzi, Knut Classen u.a.

François Chaignaud in Rennes geboren, absolvierte seine Ausbildung am Conservatoire des Paris. Ausgehend von historischen Referenzen erforscht Chaignaud polyphone Systeme, insbesondere aus Georgien und dem Mittelalter. Seit 2003 tanzte er in Choreografien von Boris Charmatz, Emmanuelle Huynh u.a.

2008 gründeten Cecilia Bengolea und François Chaignaud die Tanzkompanie VLOVAJOB PRU. Aus der kontinuierlichen Zusammenarbeit der beiden Choreografen entstanden vielfältige Projekte und Perfomances, die weltweit gezeigt wurden.

Nayoung Kim
Tanzabend NEUE STÜCKE 2015 • Teil 2 • Nayoung Kim • Foto © Detlef Erler

 

Eine riesige Wand im Setzkastenlook mit einer Tür steht am Anfang nahe dem Bühnenrand und versperrt den Blick auf die Tiefe. Davor beginnen die Tänzer und Tänzerinnen ihr Spiel. Kerzenprozession mit Singsang, dazu tanzen immer wieder einige aus der Gruppe vor den anderen. Die Kostüme sind bizarr: Ein Mann trägt eine Halskrause und gleichzeitig steckt er in Gummistrapsen. Zwei Männer tragen Ganzkörperanzüge in hellrosa und dunkelblau. Die kurzen Leibchen der Frauen sind kleine fleischfarbene Hemdchen und Höschen, mal mit durchsichtigen Mustern und Stickereien, mal unifarben.

Menschenberg
Tanzabend NEUE STÜCKE 2015 • Teil 2 • Ensemble • Foto © Detlef Erler

 

Zu lauter aggressiver Hip-Hop-Musik wird getanzt und im gleichen Stil von einem Tänzer ohne Musik, geredet, performt.

Eine Tänzerin singt ein Lied zu ihrem eigenen Tanz. Dies kam bei Pina Bausch eher selten vor. Hier wirkt es angenehm harmonisch.

Tanz und Gesang
Tanzabend NEUE STÜCKE 2015 • Teil 2 • Breanna O´Mara • Foto © Bo Lahola

 

Dennoch, als Kenner der Pina Bausch Stücke sieht man die „alten“ Tänzer und Tänzerinnen in neuen Rollen und diese Wirken oftmals „übergestülpt“. Für den Kenner der Materie und der Charaktere, die in den vielen Jahren immer wieder ihr Innerstes nach außen gekrempelt haben, krempeln durften und konnten, zeigen sie so gar nichts mehr von sich selbst. Manchmal dringt dieses Selbst durch in zarten Bewegungen, aber das ICH bleibt meist in der Choreografie außen vor. So sieht das ganze eher befremdlich aus, man sieht eher die Fassade, als das Innere eines Tänzers, einer Tänzerin.  Das ist gewollt und die „Alten“ geben sich der Chance hin, etwas neues, für sie ungewohntes zu probieren.

Die „Neuen“, die nach dem Tod von Pina Bausch zum Ensemble kamen, kennen die alte Arbeitsweise nicht und tanzen unbekümmert ihre Rollen, intensiv und ungestüm.

Gerade dieser Teil kommt beim jungen Publikum gut an. Man hört Bravorufe und ein paar Tanzbegeisterte stehen applaudierend auf.

Konzeption und Choreografie: Cecilia Bengolea und François Chaignaud
Kostüme: Cecilia Bengolea, François Chaignaud, Rike Zöllner

Musik: The Silver Swan von Orlando Gibbons, Weep, O Mine eyes und Away Thou Shalt Not Love Me von John Wilbye, You don't Own Me von John Madara und David White, recordet by Lesley Gore 1963, Bubuy Bulan von Benny Korda, Jamaikanische Dancehallmusik

Tänzer und Tänzerinnen:
Andrey Berezin / Ditta Miranda Jasifi / Scott Jennings / Nayoung Kim / Blanca Noguerol Ramirez / Breanna O'Mara / Azusa Seyama / Julian Stierle / Tsai-Wei Tien / Paul White / Tsai-Chin Yu

 

Neue Stücke 2015 – Teil 3 - "In Terms of Time"

Der dritte Teil mit dem Titel IN TERMS OF TIME ( zu deutsch in etwa: IN BEZUG AUF DIE ZEIT) stammt von Tim Etchells. Ein in England lebender Künstler und Schriftsteller. Er ist vor allem bekannt als Künstlericher Leiter und Performer des 1984 in Sheffield gegründeten Ensembles Forced Entertainment, einer der bekanntesten Experimentaltheater-Kompanien Großbritanniens. Seine Soloarbeiten umfassen performative Arbeiten, Video und Fotografie, Installationen und Fiktion.

In seinem Werk IN TERMS OF TIME ist der Geist Pina Bauschs am ehesten spürbar. Das Stück hätte von Pina sein können und darf als Hommage angesehen werden.

BecherTanzabend NEUE STÜCKE 2015 • Teil 3 • Ophelia Young • Foto © Bo Lahola

 

Die Tänzer und Tänzerinnen balancieren Plastikbecherstapel in der Hand über die Bühne. Man verliert die Becher und bald ist die gesamt Bühne Becher übersät. Man tanzt und balanciert durch die Becherlandschaft, die glitzernd schön den nach Glasscherben aussehenden Bühnenboden bildet.

Pflanze
Tanzabend NEUE STÜCKE 2015 • Teil 3 • Jonathan Fredrickson • Foto © Detlef Erler

 

Es wird Luft in Müllsäcken eingefangen und zugedreht, gestapelt und aufgeschichtet. Eine Frau streut sich unablässig Puderzucker auf die Arme, Beine, Knie, ja, auch auf das eigene Gesicht und die Frau leckt sich selbst ihre Körperteile genussvoll ab.

Zucker
Tanzabend NEUE STÜCKE 2015 • Teil 3 • Regina Advento und Michael Carter • Foto © Detlef Erler

 

Es gibt ein Ballonaufpustwettbewerb mit anschließender Bewertung des wegfliegenden, luftausströmenden Ballon. Der Gewinner des am weitesten geflogenen Ballons hält eine Rede.

Ballon
Tanzabend NEUE STÜCKE 2015 • Teil 3 • Ensemble • Foto © Detlef Erler

 

Ein zu Anfangs freundlich gesagtes „Thank you“ wird im Verlauf immer zynischer, böser und aggressiver. Dies erinnert an das Wortspiel „Liebling“, welches von einer Tänzerin in Pina Bauschs Stück KONTAKTHOF viele Male wiederholt wird, mit immer anderer Betonung.

Gesichtsmimiken werden mit Fingern ins Publikum gespielt und mit Lachen aus den Zuschauerreihen quittiert. Zum Schluss wird von den Tänzern und Tänzerinnen Luftpolsterfolie „gequält“. Ein vorgehaltenes Mikrofon bringt über die Boxen das Platzen der Luftbläschen überdimensioniert ins Gehör.

 

Regie: Tim Etchells
Regieassistenz: Jorge Puerta Armenta
Kostüme: Rike Zöllner
Set Design: Tim Etchells

Musik: Freedom Sounds von Tommy McCook, Telemann Fantasia 1 - Largo, Telemann Fantasia 9 - Movement 1, Telemann Fantasia 9 - Movement 2, Telemann Fantasia 9 - Movement 3, Autum leaves von Frank Sinatra, Intermisson 6 for One Or Two Pianos von Morton Feldman

Tänzer und Tänzerinnen:
Regina Advento / Emma Barrowman / Michael Carter / Jonathan Fredrickson / Eddie Martinez / Fernando Suels Mendoza / Nazareth Panadero / Franko Schmidt / Julie Shanahan / Ophelia Young

Der dritte Teil dieses Tanzabends ist so ausgelassen und schön anzusehen, wie zu Pinas Zeiten. Man bekommt wieder Lust auf mehr Neues.

Dies soll jedes Jahr wieder neu geschehen. Schon in 2016 werden wieder neue Choreografen eingeladen mit dem Ensemble des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch zusammenzuarbeiten und neue Stücke zu formen.

Der erste neue Gehversuch ist gelungen. Die Zukunft des Tanztheater Wuppertal scheint völlig gesichert zu sein. Man darf gespannt sein auf weitere Neuschöpfungen.

Viel Applaus für das jeweilige Ensemble und dem/den Choreografen nach jedem Teil dieses Tanzabends ist der gerechtfertigte Lohn der Mühen. Das Publikum ist begeistert.

 

Bühnenarbeiter stellen Leitern auf, klettern hinauf und machen mit Nebelmaschinen Nebel im Raum = wirkt wie Wolken die über dem Geschehen im Raum schweben / schwarze Wand in mitten der Bühne / Licht ist noch im Zuschauerraum an / die schwarze Wand hebt sich und gibt den Blick bis zu den Brandmauern frei / 1 Mann tanzt / 9 Männer und Frauen „proben“ Bewegungen / Licht im Zuschauerraum aus, helles Licht auf Bühne an / die Tänzer formieren sich zu einer Gruppe, laufen nach vorne, Musik setzt ein / Kostüme = Straßenkleidung, die meisten barfuß / Erstarrung in Bewegung / Frau und Mann reden in den Raum zu sich selbst = wie eine Gruppe vor ihrem Auftritt / 1 Mann stellt Frau in eine Position / Nebel aus Maschinen aus 3 Richtungen / Gruppe stellt – liegt in Positionen / Straßenlärm aus Boxen / 1 Mann im langen Rock / 1 Mann und 1 Frau in Schuhen schauen, ob sich alle richtig oder falsch bewegen / alle ziehen sich Schuhe oder Turnschuhe an / alle schauen auf 1 Tänzer der nach hinten geht und Bewegungen macht / Gruppentanz – alle im gleichen Schritt, Musik aus, gesamt Gruppe tanzt weiter – tanzen – Finger schnippen – Hände klatschen – Füße stampfen / die Leitern sehen aus wie Häuserdächer = über den Dächern einer Stadt / einige Tänzer reden – man versteht sie aber nicht / der Mann im langen Rock singt links vorne ein Lied ( = türkisch ? ) / 2 Männer zeigen Bewegungen und reden, 1 Mann geht ab / eine kleine Mauer der Entspannung, Frauen und Männer legen ihre Köpfe auf die Schultern des Vordermannes und lehnen sich an = eine kleine Mauer der Entspannung wächst / die Mauer wird gesprengt = die vorderste Tänzerin befreit sich, stellt sich hinten wieder an und legt den Kopf wieder auf die Schulter, dieses Spiel wird immer schneller und die kleine Gruppe bewegt sich über die Bühne / alle gehen im Kreis, wieder Stillstand / Aufwärmspiele nach „schrecklich disharmonischer Musik“ / alle gehen auf der Stelle und kreisen um sich selbst, Musik aus, alle gehen weiter im Kreis / Licht langsam dunkler / alle bewegen sich wenn 1 Mann sich bewegt, sonst erstarren sie, wenn der Mann pausiert / 1 Mann wird von allen anderen bewegt = sie drehen die Arme, den Kopf, die Beine des Mannes / eine Wand senkt sich halb, von hinten tanzt 1 Paar nach vorne / Solotanz im halbdunklen Bühnenlicht = sieht aus wie eine alte Industriebrache / 1 Geiger spielt live auf der Empore / alle gehen ab / Licht auf der Bühne, die Leitern stehen noch, 1 Paar weiße Turnschuhe, sonst leere Bühne, Arbeiter bauen die Leitern ab / Vorhang zu / Geiger spielt noch weiter, dann Ende / Licht aus / 3 x Applaus

PAUSE = nur 5 Minuten zum Umbau, alle Zuschauer bleiben sitzen

 

Teil 2:

Dekoration:
Wand aus Holzrastern, mit Tür, wird im Laufe des Stücks geteilt und verstellt

Kostüme = Fantasiekostüme, asiatische kleine Kimonos, Gummistrapse mit Halskrause trägt ein Mann, rosa und blaue Ganzkörperanzüge der Männer u.a.

Licht im Saal ist an / die Wand mit Setzkastenlook versperrt in der Mitte der Bühne den Blick / Licht aus, laute Musik / neue Tänzer und Tänzerinnen erobern die Bühne zu Hip-Hop-Musik / das Licht kommt nur von Oben und die Gesichter liegen fast im Dunkeln / 1 Frau und ein Mann im blauen Ganzkörperanzug bewegen sich / 2te Frau macht Spagat und rollt sich im Spagat auf der Bühne / 2 Frauen tanzen zu hektischer Musik / blauer Ganzkörperanzug und 2 Frauen bewegen sich, bäuchlings und Getrippel, die Wand wird beleuchtet / alle kommen mit Kerzen auf die Bühne, von links gehen 4 Tänzer zur Gruppe nach rechts, sieht aus wie eine Prozession / alle stehen an rechter Seite und summen ein Lied / manche davon singen ein Lied dazu / Mann in rosa Ganzkörperanzug bewegt sich wie „sterbender Schwan“, tragisch schön zu einem englischen Lied, der Mann singt lautlos mit / alle Kerzen werden ausgemacht / Mann im blauen Ganzkörperanzug und 3 Frauen tanzen auf Zehenspitzen / immer ein paar Tänzer tanzen und singen das Lied die anderen bleiben sitzen und summen Melodie / manchmal „heilloses Rumgehoppse / Chor summt wieder, 1 Frau singt das Lied, Tanz und Gesang = 3 x Chor / Frau die das Lied singt, geht in „Brückenstellung“ raus / Hip-Hop-Musik vom „allergemeinsten“ / Kostüme bizarr ? / 1 Mann öffnet die Tür in der Wand, und beginnt im Hip-Hop-Stil zu reden und zu reden und hört gar nicht mehr auf, alles in englisch, man versteht kaum etwas / 2 Frauen tanzen dazu in Zeitlupe / Chor singt wieder, Chor schreitet auf die Bühne / Mann hört auf zu reden und macht die Tür wieder zu / 1 Tänzerin singt wieder ein Lied und tanzt ( sehr selten bei PINA ) / Chor singt sitzend ein Lied vor der Wand / (was sollen die Kostüme ?) / Lied: „Ah, wei, oh wei, oh wie...“ / 3 Gruppen tanzen und singen , die anderen summen, immer andere Bewegungen vor der Wand / die Wand wird in 2 Teile geteilt und an die Bühnenränder gestellt von Bühnenarbeitern / Gruppentanz zu Hip-Hop-Musik (die Musik nervt!) / 1 Mann und 1 Frau machen Kopfstände und bewegen nur die Beine in der Luft / 1 Frau singt / Mann in rosa Ganzkörperanzug und 2 Frauen tanzen dazu vor der rechten Wand / alle summen wieder, rosa Ganzkörperanzug geht nach hinten, alle singen / Licht aus / 3 xApplaus

PAUSE = große Pause, ca. 20 Minuten

 

Dekoration:
Bühnenboden in hellbeigen Streifen, schwarz abgesetzt / Pflanzen in Töpfen, Stühle, Tische, Plastikbecher, 3 große Neonlampen von oben

Kostüme = legere aber chicke Kleidung, Anzug, Kleider etc.

Hommage an PINA = Hinten rechts stehen Pflanzen in Töpfen, an den Seiten jeweils ein paar Stühle / 1 Mann kommt mit einem blauen Müllsack auf die Bühne und „fängt“ Luft ein, dreht dann den Sack zu und stellt die Tüte Luft vorne rechts auf die Bühne / 1 Mann hält Nazareth ein Mikro vor, sie putzt, der Mann bedankt sich: „Thank you“ / alle balancieren hohe Plastikbecherstapel über die Bühne, rennen, drehen sich und lassen schließlich alle Becher fallen, bis der Bühnenboden von Plastikbecher gefüllt ist, es glitzert in der Beleuchtung / die Männer boxen in die Luft und werden von den Frauen angestachelt / alle balancieren noch mehr Plastikbecherstapel und lassen sie wieder fallen / Männer boxen wieder, Frauen feuern wieder an / Frauen ziehen Männer an Hosenbeinen raus / alle fegen mit großen Besen die Becher hin und her / 1 Mann versteckt hinter einer großen Pflanze im Topf, schleicht immer wieder ein paar Schritte nach vorne / 1 Mann watet durch die Becher, versucht die Becher nicht zu berühren die auf Bühne liegen (= fast wie in Café Müller) / 1 Frau sitzt auf einem Stuhl und bestreut sich ihren Arm mit Puderzucker, dann leckt sie den Arm ab, das macht sie mit ihren Beinen und anderem Arm, und auf ihrem Gesicht, 1 Mann versucht sitzend auf einem anderen Stuhl sie zu erreichen und auch zu lecken, schafft es aber nicht / einige Männer wollen sich auf Stühle setzen fallen aber mit ihrem Stuhl immer wieder um / Juli trägt Feuerzug und einen Feuerlöscher über die Bühne / 1 Mann krabbelt rücklings über die Bühne, eine Frau legt ihren Kopf in seinen Schoß und krabbelt mit / 1 Mann sitzt neben einer Frau auf Stuhl und misst den Abstand zu dem Stuhl mit Maßband, verrückt seinen Stuhl in Richtung der Frau und misst wieder / die Frau nimmt das Maßband und misst den Abstand zu einer Pflanze, verrückt ihren Stuhl in Richtung Pflanze und misst wieder / die Frau putzt die Bestäubung auf / Musik = Klavier / Frau ruft Namen hinter einer Pflanze / 1 Frau nimmt Mikro, alle anderen blasen einzeln Luftballons auf und lassen sie dann fliegen, Frau nimmt mit Mikro die Töne der entweichenden Luft auf, 1 Mann lässt seinen Ballon platzen / Fernandos Ballon ist am weitesten geflogen, er ist der Gewinner im Spiel und hält eine Gewinnerrede / Julie steht vorne am Bühnenrand und zeigt mit den Fingern ein Lächeln im Gesicht, dann trauriges Gesicht / alle stehen am Bühnenrand und machen mit Gesten die Mimiken = Augen auf und zu, Zunge raus und rein, schiefes Gesicht, später maßen sie sich ihre Gliedmaßen ab, mit den Fingern / Fernando setzt sich auf Karton und fällt mit dem Po zuerst hinein, nur die Füße schauen heraus, 1 Frau wird später den Karton umkippen lassen und Fernando kann sich befreien / Musik = Frank Sinatra / alle fegen die Becher nach hinten, Fernando mit dem Karton, Julie maßt sich noch ab mit den Fingern / 1 Frau schaut ins Publikum, will was sagen, aber geht wieder hin und her / als alle Becher nach hinten gefegt sind, fragt die Frau ins Publikum: „Are you connected?“ (bist du verbunden) und zeigt zu einem Zuschauer und einem anderen Zuschauer, „Do you feel connected?“ / Mann mit blauem Sack fängt wieder Luft, und stellt den Sack auf die Bühne / Frau geht ab / Mann schaut auf sich leerenden Sack, der Sack fällt in sich zusammen / alle holen Säcke und fangen Luft, und stapeln die Luftsäcke vorne auf der Bühne / 2 Männer messen Raum mit einer Frau, die sich steift macht, ab / 2 Männer legen Julie zu den blauen Säcken / 1 Mann wälzt sich im Becher-Ansammlung hinten und tanzt dann wieder / Aufbau einer langen Tafel mit Stühlen für jeden, alles setzen sich drumrum, nur Fernando ist noch bei den Luftsäcken und es sieht so aus als ob er die Säcke beschwören möchte, dass sie die Luft halten, geht dann auch zu der Tafel / Fernando sagt höflich: „Thank you“, andere sagen Thank you zynisch, böse, lächerlich, in immer anderer Betonung, manchmal bedrohlich, manchmal lustig / alle kommen an den Bühnenrand und sagen: „Thank you“ ins Publikum, mit immer anderer Betonung / Fernando holt Luftpolsterfolie auf einer Rolle auf die Bühne und breitet sie vor den Tänzern stehend aus, jeder der Tänzer nimmt die Folie und lässt die Luftblasen platzen, Fernando hält ein Mikro vor die platzenden Blasen, Nazareth „erwürgt“ die Folie mit rachsüchtigem Blick / alle gehen einzeln ab / Licht aus /

3 x Applaus

ENDE

 

Weitere Aufführungen  – aus dem Spielplan 2015/2016:

18., 19., 20., 22., 23., 24. September 2015
Neue Stücke 2015
Wuppertal, Opernhaus
Dauer: N.N.
Vorverkaufsbeginn: 10. Juni 2015
Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

8., 9., 10., 11. Oktober 2015
DER FENSTERPUTZER
Wuppertal, Opernhaus
Dauer: 2h 55 inkl. Pause
Vorverkaufsbeginn: 13. August 2015
Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

5., 6., 7., 8. November 2015
´SWEET MAMBO`
Wuppertal, Opernhaus
Dauer: 2 h 10 inkl. Pause
Vorverkaufsbeginn: 10. September 2015
BITTE BEACHTEN SIE DIE SPIELPLANÄNDERUNG!
Anstatt Two Cigarettes in the Dark zeigt das Tanztheater Wuppertal ´Sweet Mambo`
Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

19., 20., 21., 22. November 2015
NELKEN
Wuppertal, Opernhaus
Dauer: 1h 50 keine Pause
Vorverkaufsbeginn: 24. September 2015
Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

28., 29., 30., 31. Januar 2016
CAFÉ MÜLLER / DAS FRÜHLINGSOPFER
Wuppertal, Opernhaus
Dauer: 1h 45 inkl. Pause
Vorverkaufsbeginn: 3. Dezember 2015
Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

25., 26., 27., 28. Februar 2016
AUF DEM GEBIRGE HAT MAN EIN GESCHREI GEHÖRT
Wuppertal, Opernhaus
Dauer: 2h 20 inkl. Pause
Vorverkaufsbeginn: 3. Dezember 2015
Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

21., 22., 23., 24. April 2016
ÁGUA
Wuppertal, Opernhaus
Dauer: 2h 50 inkl. Pause
Vorverkaufsbeginn: 25. Februar 2016

 


eingestellt am: 21.09.2015